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Psychiatrie:Die Revolution verspätet sich

Der Mensch als Industriepalast, Fritz Kahn 1926, Kosmos / www.fritz-kahn.com

Ärzte identifizieren besonders zuverlässig Fälle ohne Psychose-Risiko, die KI spürt besser gefährdete Patienten auf.

(Foto: Der Mensch als Industriepalast, Fritz Kahn 1926, Kosmos)

Seit Jahrzehnten versuchen Ärzte, Biomarker für psychische Krankheiten zu finden - bislang vergebens. Doch langfristig wird die Kombination von moderner Biomedizin und künstlicher Intelligenz zu ganz neuen Diagnosen und Therapien führen.

Von Clara Hellner

Es ist bald ein knappes Jahrzehnt her, da kündigte ein berühmter US-amerikanischer Neurowissenschaftler in einem Blogpost eine Revolution an. Es war kein Zufall, dass er diesen ausgerechnet im April 2013 veröffentlichte - nur wenige Wochen, bevor die fünfte Version des Diagnosekatalogs DSM erschien. Manchmal als "Bibel der Psychiatrie" bezeichnet, nennt dieses Werk die Diagnosekriterien für alle psychischen Störungen. Und eben diese Bibel, erklärte Thomas Insel, Leiter des US-amerikanischen National Institut of Mental Health, wollten er und seine Kollegen nicht mehr für die Forschung nutzen. Was für eine Ketzerei!

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