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Mondlandung:Der neue Konkurrent der USA im Weltraum heißt China

Doch das Apollo-Programm, für das sie bestimmt waren, erwies sich als technisch enorm anspruchsvoll und teuer. Nach heutigem Gegenwert verschlang es von 1961 bis 1973 mehr als 150 Milliarden Dollar. In einer Rede im Mai 1963 appellierte Kennedy in Houston an den Pioniergeist der Amerikaner: "Wir haben den Mond als Ziel gewählt, nicht weil es leicht zu erreichen ist, sondern gerade weil es schwierig ist", sagte er und stellte "die größte und komplexeste Erkundung in der Geschichte der Menschheit" als unverzichtbar dar, wenn die USA ihre Führungsrolle gegenüber der Sowjetunion zurückgewinnen wollten.

Davon, dass die Sowjetunion den Wettlauf ins All gewonnen hatte, sprach bald kaum noch jemand - nur davon, dass die USA das Rennen zum Mond gewonnen hatten. Moskau schraubte seine Pläne bald zurück, schickte nie einen Kosmonauten auf den Mond. Alle zwölf Menschen, die dort landeten, waren Amerikaner, die im Zuge von Apollo-Missionen unterwegs waren. China startete sein Mondprogramm erst 1991, es befindet sich in der Phase der unbemannten Erkundung. Vergangenes Jahr wurde erfolgreich der Rover Yutu 2 ausgesetzt, die erste Landung auf der erdabgewandten Seite des Mondes.

In den USA wächst unter Präsident Donald Trump wieder das Interesse an der bemannten Raumfahrt. Im März rief Vizepräsident Mike Pence bei einer Rede in Cape Canaveral dazu auf, binnen fünf Jahren wieder US-Astronauten zum Mond zu bringen - zum Südpol, und damit den Chinesen zuvorzukommen, dem neuen strategischen Wettbewerber der USA. Dazu müssten "alle erforderlichen Mittel" bereitgestellt werden, sagte er als Vorsitzender des Nationalen Weltraumrates.

12 Männer

haben bisher ihren Fuß auf den Mond gesetzt. Die sechs Apollo-Missionen zwischen 21. Juli 1969 (UTC) und 11. Dezember 1972 waren mit je drei Astronauten besetzt. Während der Pilot des Kommandomoduls mit dem Raumschiff im Mondorbit blieb, flogen je zwei Männer mit der insektenartig wirkenden Landefähre auf den Erdtrabanten, um dort Gestein zu sammeln oder wissenschaftliches Gerät aufzustellen. Neben Neil Armstrong und Buzz Aldrin waren dies Charles Conrad, Alan Bean, Alan Shepard, Edgar Mitchell, David Scott, James Irwin, John Young, Charles Duke, Eugene Cernan und Harrison Schmitt.

Der Wettlauf zum Mars hat längst begonnen

Wenn die Nasa dazu nicht in der Lage sei, müsse die Organisation verändert werden, nicht die Mission. So könnten private Trägerraketen zum Einsatz kommen. "Die Erkundung der Himmel in diesem noch jungen Jahrhundert wird voranschreiten, mit oder ohne die USA", fügte er hinzu. "Aber Amerikaner geben sich nicht mit Platz zwei zufrieden" - Worte, in denen auch Kennedys Rede nachklingt. Ähnliche Ankündigungen hatte es schon während der Regierung von George W. Bush gegeben - sie waren allerdings an den Kosten gescheitert und daran, dass sie anders als die frühe Raumfahrt kaum militärischen oder sicherheitspolitischen Nutzen abwerfen würden.

Dennoch entbrennt neue Konkurrenz um Unternehmungen im All. Indien will 2022 den ersten bemannten Raumflug absolvieren. Der Chef der chinesischen Weltraumbehörde, Zhang Kejian, kündigte im April eine Mondlandung von Taikonauten noch vor 2029 an, die zum Aufbau einer bemannten Forschungsstation am Südpol führen soll. Russlands Präsident Wladimir Putin hat die Modernisierung der Raumfahrtindustrie zur Priorität erhoben und ebenfalls eine neue Mondmission bis 2030 angekündigt.

Und der Wettlauf zum Mars hat längst begonnen. In den USA und in Russland werden neue superschwere Trägersysteme entwickelt. Die ersten Sonden hatte schon in den Siebzigerjahren die Sowjetunion auf den Planeten geschossen. Bemannte Missionen zum Mars würden nach Berechnungen der Nasa bis zu 1100 Tage dauern. Verglichen damit war die Mondlandung eher ein kleinerer Sprung: Nach acht Tagen, drei Stunden, 18 Minuten und 35 Sekunden war die dreiköpfige Crew, zu der auch noch Michael Collins zählte, sicher zurück auf der Erde.

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Mondlandung

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Das Bild ist verwaschen, der Ton knarzt und pfeift - und doch ist die Mondlandung der größte Moment der Fernsehgeschichte. Über das Raumfahrtprogramm vom Juli 1969.