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Geschichte - Frankfurt am Main:Fritz Bauer-Institut feiert 25-jähriges Bestehen

Frankfurt/Main (dpa/lhe) - Das Fritz Bauer-Institut in Frankfurt hat am Donnerstag sein 25-jähriges Bestehen gefeiert. "Für Fritz Bauer war die Aufarbeitung der NS-Zeit Voraussetzung für Demokratie in Deutschland", erinnerte Institutsdirektorin Sybille Steinbacher an den Namensgeber, den früheren hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, der nach dem Krieg als jüdischer Remigrant nach Deutschland zurückgekehrt war. "Wir versuchen, dieses Erbe fortzusetzen."

Besonders erfreulich sei für das Institut, dass das Land Hessen seine Zuwendungen erhöht habe - damit könnten nun zwei Wissenschaftlerstellen aufgestockt werden. Das Fritz Bauer-Institut erforscht und dokumentiert seit Januar 1995 die Geschichte der Verbrechen des NS-Regimes. Aktuelle Forschungsvorhaben befassten sich unter anderem auch mit der Verfolgung der Juden in Frankfurt und der Nachkriegsgeschichte der jüdischen Gemeinschaft in der Mainmetropole, sagte Steinbacher.

Auf einer Podiumsdiskussion am Donnerstag sollte es auch um die Arbeit des Instituts in einer Zeit zunehmenden Rechtspopulismus und Antisemitismus gehen. Neben Forschung nehme auch die pädagogische Arbeit und Wissensvermittlung an Bedeutung zu, sagte Steinbacher, die seit 2017 auch den Lehrstuhl zur Geschichte und Wirkung des Holocaust an der Frankfurter Goethe-Universität hat. Es ist laut Uni der erste Lehrstuhl eigens für Holocaustforschung in Deutschland.

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