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Geschichte - Berlin:Früherer Berliner SED-Vize Helmut Müller gestorben

Berlin (dpa/bb) - Der langjährige SED-Vize von Berlin Helmut Müller ist wenige Wochen nach seinem 89. Geburtstag in einem Rüdersdorfer Krankenhaus gestorben. Das teilte der zur Eulenspiegel-Gruppe gehörende Verlag Edition Ost am Wochenende mit. Müller, der sich einige Monate nach dem Mauerfall in den Ruhestand zurückgezogen hatte, starb demnach am vergangenen Freitag. Nach Verlagsangaben war Müller auch nach dem Ende der DDR als Autor und Zeitzeuge aktiv.

Müller, der in Reichenberg (Liberec) im heutigen Tschechien geboren wurde, kam 1946 nach Thüringen, wo er zunächst als Bauarbeiter in Merkers und dann als FDJ-Funktionär in Eisenach arbeitete. 1971 bis Ende 1989 war er 2. Sekretär der SED-Bezirksleitung Berlin. Nach Absetzung des bei den SED-Oberen in Ungnade gefallenen Konrad Naumann als 1. Sekretär der SED-Bezirksleitung 1985 amtierte Müller kurz als Berliner Parteichef, bis Günter Schabowski diese Funktion von ihm übernahm.

Das Landgericht Berlin verurteilte Müller, der auch Mitglied des SED-Zentralkomitees war, 1993 wegen Anstiftung zur Wahlfälschung zu einem Jahr Freiheitsstrafe auf Bewährung.