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Wohnen - Dresden:Verband: Mieten in Sachsen nur leicht erhöht

Deutschland
Blick auf die Fassade eines Wohnhauses. Foto: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild (Foto: dpa)

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Dresden (dpa/sn) - Die Mieten in Sachsen haben sich im vergangenen Jahr nach Einschätzung des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft (vdw) nur leicht erhöht. Die durchschnittliche Kaltmiete lag 2019 bei den im Verband organisierten Unternehmen bei 5,19 Euro je Quadratmeter - ein Anstieg von knapp 1,4 Prozent, sagte vdw-Direktor Rainer Seifert am Montag in Dresden. Darin seien auch modernisierte Wohnungen, Neubauten und Neuvermietung enthalten.

"Die Mieten bleiben damit auf einem stabilen und günstigen Niveau." Entgegen der aktuellen Diskussion sieht Seifert in Sachsen keine explodierenden Preise auf dem Wohnungsmarkt, auch nicht in den Metropolen wie Leipzig, Dresden und Chemnitz. Die durchschnittliche Kaltmiete lag 2019 bei den vdw-Unternehmen im Schnitt bei 5,67 Euro - 14 Cent mehr als im Jahr zuvor. Neubau von Sozialwohnungen in den Städten sei wichtig, so Seifert - allerdings mit Augenmaß. Er mahnte, auch das Land und die Randbezirke attraktiv zu gestalten.

Der vdw vertritt rund 130 Unternehmen mit mehr als 300 000 Mietwohnungen - etwa ein Viertel des Gesamtbestandes. Vertreten sind zum Großteil kommunale, aber auch genossenschaftliche sowie kirchliche und private Immobilienunternehmen. Größere Mietausfälle als Folge der Corona-Pandemie sind bisher laut vdw ausgeblieben. Die Unsicherheit habe allerdings bei Wohnungsunternehmen zur Verschiebung von Investitionen geführt, hieß es.

Im vergangenen Jahr standen 10,7 Prozent der Wohnungen in Sachsen leer, in den Großstädten stieg die Zahl der leeren Wohnungen leicht auf 4,8 Prozent. "Wir haben in Sachsen keinen Wohnungsnotstand, es muss nichts reglementiert werden", betonte Seifert. In den ländlichen Regionen lag die Leerstandsquote zuletzt bei 14,6 Prozent. Der Verband geht davon aus, dass der Leerstand in den nächsten Jahren wegen der demografischen Entwicklung noch weiter zunimmt.

Vor allem der Rückbau von nicht mehr benötigtem Wohnraum auf dem Land sei wichtig, damit das Bild nicht von "ruinösen Gebäuden" bestimmt werde, so Seifert. "Wir werden den Rückbau weiter verstärken müssen." In diesem Jahr will der Verband in Sachsen 373 Wohneinheiten abreißen, im nächsten Jahr sollen es rund 1250 sein. "Was wir brauchen, ist eine finanzielle Unterstützung vom Land", forderte Seifert. Bei den niedrigen Mieten auf dem Land sei es schon schwierig, die Instandhaltung zu finanzieren. Zudem den Rückbau zu bezahlen, sei für viele kommunale Wohnungsunternehmen kaum machbar.

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