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Wirecard-Skandal:Neue Aktenfunde belasten die Bafin

Die Bafin hatte entschieden, dass Investoren zwei Monate lang nicht mehr auf fallende Wirecard-Kurse wetten durften. Hat das den Konzern zu sehr in Schutz genommen?

(Foto: Alessandra Schellnegger)

Die Finanzaufsicht gerät im Fall Wirecard noch mehr unter Druck: Interne Berichte zeigen, wie sie 2019 Hinweise anderer Behörden ignorierte.

Von Klaus Ott, Jan Willmroth und Nils Wischmeyer, Frankfurt

Vielleicht wäre der Wirecard-Skandal anders verlaufen, vielleicht hätte es nicht ganz so viele Opfer unter den Aktionären und Banken gegeben, wenn der 15. Februar 2019 anders verlaufen wäre. An diesem Tag traf sich der hessische Börsenaufseher Karsten H. mit Mitarbeitern der deutschen Finanzkontrollbehörde Bafin. Bei der Zusammenkunft war auch Wirecard ein Thema. Die Bafin-Vertreter teilten mit, es gebe Hinweise der Münchner Staatsanwaltschaft, dass Wirecard erpresst werde; deshalb werde auch schon ermittelt. Börsenaufseher H. wurde laut seiner Erinnerung gefragt, ob dies ein Grund dafür sein könne, den Handel mit der Aktie des Zahlungsdienstleisters auszusetzen. Der hessische Börsenaufseher antwortete, wie er später notierte, nach einer ersten Einschätzung der Sachlage mit Nein.

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