Welthandel China verhängt Strafzölle auf 128 US-Produkte

Shenyang (China): Ein Arbeiter klettert auf Stahlprodukte auf einem Großhandelsmarkt für Stahl.

(Foto: dpa)
  • Betroffen sind Waren wie Obst und Schweinefleisch aus den USA.
  • Trump hat Zölle auf Stahl und Aluminium aus China verhängt und weitere Zölle angedroht.

Im Handelsstreit mit den USA hat China Zölle zwischen 15 und 25 Prozent auf 128 US-Produkte verhängt. Importgüter im Wert von drei Milliarden Dollar sind betroffen, darunter Wein, Schweinefleisch, Äpfel, Bananen, Trauben und Nüsse, meldet die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Die Maßnahme trifft insbesondere landwirtschaftlich geprägte Regionen in den USA, in denen viele Bürger bei der Präsidentenwahl von 2016 mehrheitlich für Donald Trump gestimmt haben.

Die chinesische Regierung reagiert damit auf die von US-Präsident Donald Trump erlassenen Strafzölle auf Stahl und Aluminium. Trump hatte die Zölle auf Stahl und Aluminium im März verhängt. Die Zölle sollen "Verluste ausgleichen", die China durch die von den USA verhängten Strafen entstehen werden, teilte das chinesische Finanzministerium mit.

"Chinesische Interessen wurden schwer beschädigt"

China fordert die USA dazu auf, seine "protektionistischen" Maßnahmen rückgängig zu machen. Sie verstießen "gegen Regeln der Welthandelsorganisation", heißt es. "Chinesische Interessen wurden schwer beschädigt."

Im Gegensatz zu China blieben die EU und andere Handelspartner wie Kanada und Mexiko vorerst von den Zöllen verschont - ausgesetzt wurden sie aber nur vorläufig bis zum 1. Mai.

Trump hatte im März zudem umfassende weitere Strafzölle gegen China angekündigt. Sie sollen chinesische Produkte im Wert von bis zu 60 Milliarden Dollar betreffen, darunter vor allem solche aus dem Hightech-Bereich. Das chinesische Handelsministerium hatte erklärte, Peking habe "absolut keine Angst vor einem Handelskrieg" mit den USA.

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