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Unternehmen der Kirchen:Biolebensmittel aus Hessen

Die Kartoffeln wuchsen quasi aus Versehen. Eigentlich suchte das diakonische Unternehmen Hephata aus Nordhessen, das zur evangelischen Kirche gehört, Anfang der 90er Jahre nur nach guten Arbeitsplätzen für Suchtkranke und geistig behinderte Menschen. Hephata als gemeinnütziger Verein gründete deshalb landwirtschaftliche Betriebe und produzierte rasch mehr, als die eigenen Einrichtungen verbrauchen konnten. "Da mussten wir uns eben nach Händlern und Kunden umsehen", sagt Kurt Dörrbeck, stellvertretender Geschäftsbereichsleiter für soziale Rehabilitation.

Saisonstart für Bio-Kartoffel

Angefangen mit Bio-Kartoffeln betreibt das kirchliche Unternehmen Hepatha nun auch Metzgereien, einen Abpackbetrieb und zwei Schlachtereien.

(Foto: dpa)

Von Anfang an hat die Hephata ausschließlich "bio" produziert, selbst Getreide für das Vieh angebaut, mit dessen Mist wiederum die Felder gedüngt. 1992 war das noch ungewöhnlich. Heute betreibt das kirchliche Unternehmen drei Höfe mit insgesamt 220 Hektar Land, dazu eine Metzgerei, einen Abpackbetrieb und zwei Schälbetriebe.

Es verkauft Biolebensmittel in Supermarktketten in Hessen und an Bioläden im Rhein-Main-Gebiet - und zwar in großem Stil. Derzeit vermarkte der Träger zu 30 Prozent eigene Produkte, zu 70 Prozent kaufe er Erzeugnisse anderer Landwirte aus der Region mit dem Bioland-Siegel zu. Die Hephata setzt mit den Produkten über drei Millionen Euro im Jahr um.

Vom Geschäftserfolg profitieren besonders die 110 Mitarbeiter mit Behinderung sowie die knapp 70 hauptamtlichen Mitarbeiter: Als Werkstatt für behinderte Menschen ist Hephata nämlich verpflichtet auszuschütten, was übrig bleibt, nachdem sie in die Produktion investiert hat. "Unsere Mitarbeiter bekommen deshalb ein dreizehntes und ein vierzehntes Monatsgehalt", sagt dazu Dörrbeck.

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