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Elektroautos:Tesla macht Milliardenangebot für Ökostromfirma Solar City

File photo of Elon Musk, chairman of SolarCity and CEO of Tesla Motors, speaks at SolarCityÕs Inside Energy Summit in Midtown, New York

Der Tesla-Chef Elon Musk ist bereits der größte Aktionär des Solarspezialisten Solar City. Jetzt will er das Unternehmen mit seiner Firma vollständig übernehmen.

(Foto: REUTERS)
  • Der Elektroautohersteller Tesla will für bis zu 2,8 Milliarden Dollar die Solarstromfirma Solar City übernehmen.
  • Tesla-Chef Elon Musk baut durch die Übernahme sein Ökostrom-Imperium weiter aus.

Sich auf ein einziges Projekt zu konzentrieren, war noch nie Elon Musks Ding. Der Chef des Elektroautobauers Tesla führt nebenbei noch das Raumfahrtunternehmen SpaceX. Auch bei der Solarstromfirma Solar City, die Solarstromanlagen für Privathaushalte und Unternehmen konzipiert und installiert, ist er seit Jahren als größter Aktionär und Vorstandsvorsitzender involviert.

Doch das hat dem bekannten Tech-Milliardär Musk offenbar auf Dauer nicht gereicht: Sein Unternehmen teilte am Dienstagabend mit, den Solarspezialisten vollständig übernehmen zu wollen. Tesla bietet demnach bis zu 2,8 Milliarden Dollar für Solar City, was einem Aufschlag von mehr als 20 Prozent auf dessen Schlusskurs von Montag entspricht. Den Betrag will Tesla in eigenen Aktien bezahlen.

Musk bastelt an Ökostrom-Imperium

Durch die Übernahme nähert sich Musk seinem Ziel, bald in großem Stil Elektroautos für den Massenmarkt fertigen zu können. Die Solaranlagen von Solar City könnten in Teslas Energiesparte eingegliedert werden. "Wir wären in der Lage, die Kernkompetenzen beider Unternehmen zu maximieren und auszubauen", schrieb das Tesla-Management in seinem Firmen-Blog.

Schon seit vergangenem Jahr bietet der Elektroautohersteller Stromspeicher für Haushalte und Unternehmen an. Tesla will so nach der Autoindustrie auch den Energiemarkt aufmischen. Ende Juli will Tesla eine riesige, "Gigafactory" genannte Batteriefabrik in Nevada eröffnen.

Solar City wechselt nicht einmal die Eigentümerfamilie

Tesla und Solar City sind nicht nur durch Musks Aktivitäten als Aktionär miteinander verbunden. Seine Cousins Lyndon und Peter Rive sind die Gründer der Solarfirma - und Musk hat ihnen einst dabei geholfen. Dementsprechend überraschend wäre es, wenn der Deal nicht zustande käme.

Solar City kündigte vorerst in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht an, das Angebot sorgfältig prüfen zu wollen. Bei den Anlegern beider Firmen hatte es bereits am Dienstag für heftige Reaktionen gesorgt. Während die Aktien von Solar City nachbörslich zunächst um mehr als 26 Prozent stiegen, ging es für die Tesla-Papiere zeitweise um mehr als zwölf Prozent nach unten. Seit Jahresbeginn hat die Aktie von Tesla - eigentlich über Jahre ein hochgehandelter Liebling der Wall Street - trotz großer Euphorie um den Ende März vorgestellten Mittelklasse-Stromer "Model 3" rund 8,5 Prozent eingebüßt.

© SZ.de/dpa/vit/mahu
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