Brandenburg:Bürger lehnen Erweiterung der Tesla-Fabrik ab

Brandenburg: Tesla möchte in Grünheide roden und bauen, doch die Einwohner sind mehrheitlich dagegen.

Tesla möchte in Grünheide roden und bauen, doch die Einwohner sind mehrheitlich dagegen.

(Foto: Christophe Gateau/dpa)

Für einen Güterbahnhof, Lagerhallen und einen Betriebskinder­garten will der Autobauer mehr als 100 Hektar Wald roden. Die Mehrheit der Einwohner von Grünheide ist dagegen.

Die Erweiterungspläne für die Fabrik des Autobauers Tesla in Grünheide bei Berlin sind bei einer Bürgerbefragung mehrheitlich auf Ablehnung gestoßen. Mit Nein stimmten 3499 Einwohner, mit Ja 1882, wie die Gemeinde in Brandenburg mitteilte. Das Votum ist für die Gemeindevertreter nicht bindend, sie entscheiden noch über den Bebauungsplan für Güterbahnhof und Logistikflächen. Dennoch gilt die Abstimmung als wichtige Wegmarke.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) sieht das Nein zur geplanten Erweiterung auch als Chance. "Es zeigt, dass die Bedenken und Befürchtungen der Menschen deutlich überwiegen", sagte Steinbach am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. "Ich sehe das Abstimmungsergebnis auch als eine Motivation für die Gemeinde und Tesla, die noch nicht beseitigten Bedenken in den nächsten Wochen und Monaten konzeptionell zu beantworten."

Tesla plant Ausbau - dafür müssten 100 Hektar Wald weichen

Tesla will neben dem 300 Hektar großen Werksgelände auf zusätzlichen etwa 170 Hektar einen Güterbahnhof, Lagerhallen und einen Betriebskindergarten errichten. Der Güterverkehr könnte nach Ansicht des Autobauers mit dem Werksbahnhof entlastet werden. Es geht auch um mehr Liefersicherheit mit Lagerflächen. Erst kürzlich musste Tesla die Autofertigung rund zwei Wochen aussetzen, weil Teile wegen der unsicheren Lage im Roten Meer fehlten.

Doch für den Ausbau sollen mehr als 100 Hektar Wald gerodet werden, weshalb Naturschützer und Bürgerinitiativen gegen die Erweiterung sind. Zudem liegt ein Teil des Geländes im Wasserschutzgebiet. An der Befragung beteiligten sich etwa 5400 Bürgerinnen und Bürger. Die Beteiligung lag nach Angaben der Gemeinde bei mehr als 70 Prozent.

Tesla plant, in Grünheide künftig mehr Autos zu bauen und möchte dafür auch das Werk auf dem bestehenden Gelände vergrößern. Derzeit arbeiten dort etwa 12 500 Beschäftigte, die zuletzt 6000 Autos in der Woche fertigten - das sind umgerechnet 300 000 Fahrzeuge im Jahr. Das Unternehmen will die Produktionskapazität vom aktuellen Etappenziel von 500 000 Autos im Jahr auf eine Million verdoppeln.

Zur SZ-Startseite

SZ PlusTeslas Cybertruck
:Rostlaube für 60 000 Dollar

Eine kantige Außenhülle aus besonders hartem Stahl - das macht Teslas Cybertruck aus. Einige Besitzer des futuristischen Gefährts sind nun allerdings enttäuscht von der Ästhetik und müssen das Poliertuch schwingen.

Lesen Sie mehr zum Thema

Jetzt entdecken

Gutscheine: