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Telekom:Kein Anschluss unter dieser Nummer - und jetzt?

People walk past the logo of German telecommunications giant Deutsche Telekom AG seen at the Telekom's headquarters in Bonn

Etwa 900 000 Kunden der Telekom hatten keinen Internetzugang.

(Foto: REUTERS)

Etwa 900 000 Telekom-Kunden hatten keine Internetverbindung. Kriegen sie jetzt ihr Geld zurück? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum großen Netzausfall.

Schon mal mit Aus- und wieder Einschalten versucht? Diese Antwort bekommt man häufig bei Problemen mit Technik, auch bei der Telekom. 900 000 Haushalte waren seit Sonntagnachmittag von einer Störung betroffen. Deren Router konnten sich nicht mit dem Netz der Telekom verbinden.

Was genau ist passiert?

Es handelt sich um eine Schwachstelle, die Anfang November für das Modem Eir D1000 gefunden wurde. Hergestellt wird es von der Firma ZyXel. Die Schwachstelle betrifft ein Protokoll, mit dem DSL-Geräte aus dem lokalen Netz eingerichtet werden. Es sollte "normalerweise aus dem Internet nicht erreichbar sein", teilt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) mit. Die Schwachstelle ermöglichte jedoch den Zugriff. Das BSI steht deshalb im direkten Kontakt mit der Telekom und anderen Providern. Auch auf die Regierungsnetze werde Angriffsverkehr dieser Art beobachtet, heißt es in einer Mitteilung.

Deutsche Telekom 900 000 Telekom-Router gestört - Hinweise auf Hacker-Angriff
Deutsche Telekom

900 000 Telekom-Router gestört - Hinweise auf Hacker-Angriff

Telefon, Internet und Fernsehgeräte funktionieren bei vielen Telekom-Kunden seit Sonntag nicht mehr. Das Problem tritt bundesweit auf.

Über diesen Angriff werden eine Vielzahl an Routern infiziert, man spricht hierbei von einem Botnetz. Klassischerweise werden damit DDoS-Angriffe ausgeführt. Webseiten werden mit so vielen Anfragen überlastet, dass sie unter der Last zusammenbrechen. Die Seiten sind nicht mehr erreichbar.

Was können Kunden jetzt tun?

Betroffene Kunden sollten ihre Router neustarten. Die Telekom weist daraufhin, dass das Problem damit gelöst ist. "Router Softwareupdate welches den Fehler behebt liegt vor und installiert sich automatisch nach Routerneustart (Netzstecker ziehen)", heißt es auf der Webseite des Unternehmens.

Weiß man mehr über das Botnetz?

Das BSI geht davon aus, dass es sich um "Mirai" handelt. So wird ein Botnetz genannt, das seit Anfang Oktober für Programmierer problemlos nachzubauen ist. Es steht quelloffen im Internet. Mirai setzt auf Fehler in schlechtgesicherten internetbasierten Geräten - wie zum Beispiel einen Router. Mit Mirai lassen sich Webseiten mit derart viel Bandbreite angreifen, dass eine Verteidigung nur schwer möglich ist.

Können Kunden Geld zurückverlangen?

Zunächst sollte man in die allgemeinen Geschäftsbedingungen seines Vertrags schauen: Viele Anbieter legen dort fest, dass Kunden kleinere Ausfälle hinnehmen müssen. Hält die Störung länger an, kann man sich einen Teil seiner Anschlussgebühr erstatten lassen. Man sollte sich aber überlegen, ob sich der Aufwand lohnt: Wer 30 Euro im Monat zahlt, der müsste das, was er für einen eintägigen Ausfall verlangen kann, schon fast fürs Briefporto hinlegen. Auch Schadenersatzforderungen sind schwierig. Zwar hat der Bundesgerichtshof (BGH) klargestellt, dass auch ein Internetanschluss zu den Bedürfnissen gehört, die so grundlegend sind, dass sie einen Schadenersatz rechtfertigen. Verbraucherschützer weisen darauf hin, dass es schwer wird, das zu berechnen. Die Telekom hat am Montag den betroffenen Kunden, die auch einen Mobilfunkanschluss bei dem Bonner Konzern nutzen, einen kostenlosen Tagespass zur Verfügung gestellt.