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Studie zur Bankenrettung:"Gut für die Bankgläubiger und schlecht für die Steuerzahler"

Ähnliche Fehler wurden bei der Bankenrettung auch in anderen Euroländern gemacht, letztlich auch in Deutschland. Hierzulande stützt der Rettungsfonds Soffin nach neuesten Zahlen verschiedene Banken immer noch mit rund 18 Milliarden Euro. "Auf der einen Seite stehen Regierungen, die über Banken schlecht informiert sind, auf der anderen eine starke Investorenschaft", sagt Dübel. Da habe die Lobby also ein leichtes Spiel gehabt.

Ähnlich sehen das die Grünen, die die Studie in Auftrag gegeben haben: "Die Krisenpolitik von Angela Merkel und der Troika war gut für die Bankgläubiger und schlecht für die Steuerzahler", kritisiert Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen im Bundestag. Europaparlamentarier Sven Giegold folgert aus der Studie, dass Europa schnell eine gemeinsame Bankenabwicklungsbehörde braucht - auch wenn sich die deutsche Bundesregierung dagegen noch sträube.

Immerhin haben Politik und die Europäische Zentralbank dazugelernt, seit vor drei Jahren zunächst die griechischen Banken gerettet wurden. Damals wurden die Gläubiger noch so gut wie gar nicht an den Verlusten beteiligt, im Fall von Spanien wurde immerhin schon ein Viertel der Gläubiger einbezogen, im Fall von Zypern waren es dann bereits zwei Drittel der Gläubiger bei der Laiki-Bank und so gut wie alle im Fall der Bank of Cyprus.

Was können die Regierungen künftig also besser machen? "Entscheidend ist, dass die Staaten zuerst die Gläubiger beteiligen und erst danach mit Steuergeld helfen", sagt Studienautor Dübel. Wichtig sei deswegen, dass die Euro-Staaten im Voraus festlegen, in welcher Reihenfolge wer zur Kasse gebeten werde.

So ist es auch im Rahmen der Bankenunion vorgesehen, die von der EU derzeit gerade auf den Weg gebracht wird. Die Vorschläge, die die Euro-Staaten hierzu in den letzten Monaten entwickelt haben, sehen vor, dass sich zunächst die Eigentümer und Gläubiger beteiligen, wenn eine Bank gerettet werden muss. Im Ernstfall sind auch Spareinlagen über 100.000 Euro betroffen - und erst ganz zum Schluss springt der Steuerzahler ein.