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Streik der GDL:Frist für die Einigung ist verstrichen

Streik der Lokführer

Vor dem Ausstand der GDL im Personenverkehr ab Mittwoch will die Bahn den Streik noch abwenden.

(Foto: dpa)
  • Die Bahn und die GDL konnten sich bis zum Nachmittag im Tarifstreik wieder nicht einigen. Die Frist für eine Einigung - 15 Uhr am Dienstagnachmittag - ist verstrichen.
  • Für diesen Fall hatte die Lokführergewerkschaft GDL Streiks von Dienstagnachmittag an für den Güterverkehr angekündigt, von Mittwochfrüh an auch für den Personenverkehr.
  • Die Deutsche Bahn bereitet sich mit Notfahrplänen auf den Bahnstreik im Personenverkehr vor. Die Pläne für den Fernverkehr für Mittwoch und Donnerstag sind schon fertig.

Gespräche zwischen Bahn und GDL dauern noch an

Die neunte Streikrunde der GDL steht an: Die Frist der GDL für eine Einigung mit der Bahn lag bei 15 Uhr. Der Zeitpunkt ist ohne Ergebnis verstrichen, die Bahn und die Gewerkschaft verhandeln jedoch noch weiter.

Für diesen Fall, dass es keine Ergebnis bis 15 Uhr gibt, hat die GDL angekündigt, ab Dienstag den Güterverkehr zu bestreiken, ab Mittwochfrüh um 2 Uhr auch den Personenverkehr. Das Ende des Arbeitskampfes hat die Gewerkschaft bewusst offen gelassen und will es erst 48 Stunden vorher bekanntgeben. Passagiere müssen also damit rechnen, dass es beim Streik über Pfingsten bleibt.

Ein Drittel der Züge soll fahren

Wegen des angekündigten Streiks der Lokführer stellt die Deutsche Bahn Ersatzfahrpläne auf. Für den Fernverkehr seien diese Pläne für Mittwoch und Donnerstag bereits fertig und in den Auskunftssystemen abrufbar, sagte Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg. Der Ersatzfahrplan ist im Netz unter www.bahn.de/liveauskunft abrufbar. Dort können sich Reisende informieren, ob ihr Zug ausfällt oder fährt. Der S-Bahn- und Regionalverkehr für Mittwoch soll ab Dienstagnachmittag im System erfasst sein. Alle wichtigen Infos für Reisende finden Sie hier.

Wie bei den früheren Streiks der Lokführergewerkschaft GDL soll während des unbefristeten Streiks etwa ein Drittel der Fernzüge fahren. Bei den Regionalzügen erwartet die Bahn, dass je nach Region 15 bis 60 Prozent der normalerweise verkehrenden Züge unterwegs sein werden. Im Güterverkehr sollen etwa 70 Prozent der Züge rollen.

Gespräche am Dienstag

Kurz vor Beginn des nächsten Streiks bei der Bahn hoffte das Unternehmen auf ein Schlichtungsverfahren zur Lösung des Tarifkonflikts. Am Vormittag sprechen Konzernvertreter mit der GDL.

Als Experte wurde der frühere Richter am Bundesarbeitsgericht Klaus Bepler hinzugezogen. Er war vor fünf Jahren federführend an den Urteilen beteiligt, mit denen das Bundesarbeitsgericht seine Linie zur Tarifeinheit änderte. In den Gesprächen soll es darum gehen, wie eine Schlichtung eingeleitet und welche Themen in einem solchen Verfahren verhandelt werden könnten.

Weselskys Forderungen

Zuvor hatte der GDL-Vorsitzende Claus Weselsky gesagt, dass eine schnelle Lösung denkbar sei, wenn eine Schlichtung begonnen werde. Er halte es für möglich, den Arbeitskampf "innerhalb einer kurzen Zeit von zwölf bis 14 Stunden zu beenden". Allerdings betonte der Gewerkschaftschef erneut, die Frage, ob "Tarifverträge gleich, widerspruchsfrei und konkurrenzfrei sein müssen", dürfe nicht Teil der Schlichtung sein.

Die Bahn will in den separat geführten Verhandlungen mit der GDL und der konkurrierenden Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) unterschiedliche Regelungen für gleiche Berufsgruppen verhindern.

Der angekündigte Streik über Pfingsten

Die GDL hatte am Montag ihren mittlerweile neunten Ausstand im aktuellen Tarifkonflikt angekündigt. Dieser soll am Dienstag um 15 Uhr im Güterverkehr und am Mittwochmorgen um zwei Uhr im Personenverkehr beginnen.

Ein Enddatum nannte die Gewerkschaft zunächst nicht; dieses soll 48 Stunden im Voraus mitgeteilt werden. Voraussichtlich wird der Streik auch das verkehrsreiche Pfingstwochenende betreffen.

© SZ.de/AFP/dpa/jasch/hgn

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