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Steinbrück verteidigt Bankenpapier:Kritik an Steinbrücks Vergangenheit

Steinbrück verspricht, dass er mit Trennbankensystem und Bankenabgabe nur das Beste für die Institute im Sinn habe, denn ohne Regulierung könne es nicht weitergehen: "Die Finanzbranche sägt an dem Ast, auf dem sie sitzt."

Seine Forderungen zum Finanzmarkt könne die SPD mit den Grünen umsetzen. Auf die Bemerkung, er erwähne die Grünen ja mehrfach und freiwillig, grinst Steinbrück. Dem wirtschaftsfreundlichen SPD-Politiker wird ja nachgesagt, er könne mit dem favorisierten Koalitionspartner seiner Partei nur unter Qualen zusammenarbeiten und stehe gedanklich der FDP näher. Immerhin: Bei den Grünen gebe es mehrere, mit denen er gut zusammenarbeiten könne, bei der Linken dagegen niemanden.

Mit der Öko-Partei wird es Steinbrück aber auch nicht einfach haben: Lücken in dem Papier sieht Gerhard Schick, finanzpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion. Er sagt Süddeutsche.de, dass der SPD-Politiker den Schutz von Bankkunden zu sehr ausgeklammert habe: Würde sein Papier umgesetzt, könnten noch immer "schlechte Finanzprodukte an Verbraucher verramscht" werden. In der Finanzkrise waren viele Verbraucher auf wertlosen Zertifikaten sitzengeblieben.

Außerdem hat Schick Steinbrücks Rolle vor der Krise nicht vergessen: "Es stellt sich die Frage nach der Glaubwürdigkeit. Steinbrück beklagt jetzt viele Dinge, die er selbst zu verantworten hat." Er habe selbst den Aufbau "nationaler Champions", zum Beispiel von Großbanken, unterstützt und verantworte, dass die deutsche Bankenrettung so teuer ausgefallen sei. Jetzt beklage er, dass der Steuerzahler für Verluste der Geldhäuser einstehen müsse.

Mit dem Bankenpapier hat die SPD also ihr Wahlkampfthema gefunden - am Dienstag gab es viel Lob aus der Fraktion. Wer aber ist der Kandidat, der damit ins Kanzleramt einziehen soll? Der Autor des düsteren Werkes sagt dazu auch heute nichts. Egal wie trickreich die Journalisten nachbohren: Auf eine Frage zur Rente, in der das Wort "Kanzlerkandidat" vorkommt, antwortet Steinbrück, er wolle den "personalen Faktor" heraushalten: "Sonst finden wir uns leicht in der Arena wieder. Da will ich nicht hin. Ich bin kein Gladiator."