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Springers Umsatz durch digitale Medien:Entfernung vom Stammgeschäft

Der übrige, weit größere Teil des Digitalumsatzes von Springer entfällt dagegen auf andere Geschäfte: etwa das Preisvergleichsportal Idealo.de, die neu erworbene Einkaufsseite Kaufda oder die Fernsehproduktionsfirma Schwartzkopff-TV. 456 Millionen Euro erlöst allein die Tochterfirma Zanox. Werbekunden zahlen bei diesem Angebot nur, wenn die Werbeschaltung über die Plattform von Zanox erfolgreich ist, also Geschäfte getätigt wurden. Das ist im Internet leicht nachvollziehbar, Springer verdient dann mit - "Performance Marketing" heißt das bei Springer.

Auch bei Online-Rubrikenportalen sind die Berliner aktiv. Diese Anzeigen, etwa für Stellen, für Immobilien oder Autoverkäufe, sind in den vergangenen Jahren massiv von den Zeitungen ins Internet abgewandert. Springer ist hier zusammen mit dem Finanzinvestor General Atlantic aktiv und betreibt Angebote wie Seloger in Frankreich, Immonet.de oder Stepstone (Stellenanzeigen). Das ist hochprofitabel: Allein hier wurde bei einem Umsatz von 330 Millionen Euro 2012 ein operativer Gewinn von 136 Millionen Euro erzielt, rechnet Finanzvorstand Lothar Lanz vor.

Andere Medienunternehmen entfernen sich noch weiter vom Stammgeschäft: Der Burda-Konzern etwa expandiert stark in den Online-Handel, der Fernsehkonzern Pro Sieben Sat 1 setzt auf Spiele. Döpfner will davon allerdings nichts wissen: Reine Handelsgeschäfte werde Springer nicht betreiben, sagt er. Allerdings interessiert er sich für die Scout-24-Gruppe, den Marktführer in Deutschland bei Online-Rubriken, bei Immobilien oder Autos. "Sollte das auf den Markt kommen, sind wir geradezu gezwungen, uns das anzuschauen", sagte Döpfner. Bisher gehört Scout-24 mit geschätzt 300 Millionen Euro Umsatz zur Deutschen Telekom. Die hat aber noch nicht entschieden, ob die Tochter überhaupt verkauft oder an die Börse gebracht wird. Als möglicher Verkaufspreis kursieren Zahlen zwischen einer Milliarde und 1,5 Milliarden Euro. Geld sei zwar da, aber Springer werde in keinem Fall überhöhte Preise zahlen, betont Döpfner. Man werde nicht wie andere Medienunternehmen "aus bloßer Eitelkeit überteuerte Trophäen jagen".

Bei Zeitungen und Zeitschriften erwartet der Konzern weitere Schwierigkeiten. "Wir machen das Printgeschäft wetterfest", sagt Finanzmann Lanz und meint damit vor allem Sparen. Pläne für einen Stellenabbau gebe es aber nicht. Die Entwicklung ist teilweise dramatisch: Die Auflage von Bild - nach wie vor größter einzelner Gewinnbringer - ging im vergangenen Jahr um 6,3 Prozent auf 2,66 Millionen täglich zurück. Bild am Sonntag verlor 9,3 Prozent, Computer-Bild 8,9 Prozent, die Berliner Boulevardzeitung B.Z. 8,6 Prozent, die Programmzeitschrift Hörzu 4,8 Prozent, Bild der Frau 5,1 Prozent. Auch in Ungarn, Serbien oder der tschechischen Republik sah es schlecht aus.

Trotzdem gibt es bei Springer zufriedene Gesichter: Die Bezüge der fünf Vorstände stiegen um 17 Prozent auf 19,9 Millionen Euro. Und jeder Mitarbeiter erhält für 2012 eine Erfolgsbeteiligung von 1200 Euro. Auch das sorgt für Zuversicht.