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Schuldenkrise in Griechenland:Rette sie, wer kann

Ohne umfangreiche finanzielle Hilfen ist Griechenland am 20. März zahlungsunfähig. Um die endgültige Staatspleite doch noch zu verhindern, sollen Banken, Privatanleger und die EZB auf viel Geld verzichten. Antworten auf die wichtigsten Fragen zum geplanten Schuldenerlass.

Hoffnung für Griechenland: Das monatelange Gezerre um einen Schuldenerlass für Athen könnte doch noch zu einem guten Ende kommen. Private und öffentliche Geldgeber wollen dabei helfen. Zwölf Fragen und Antworten zum geplanten Milliarden-Deal:

Greece Approves Austerity Plan Amidst Protests

Griechenland hat derzeit ungefähr 300 Milliarden Schulden.

(Foto: Bloomberg)

Was wurde bislang versprochen?

Bereits auf dem Euro-Gipfel im Oktober wurde vereinbart, dass die privaten Gläubiger Griechenlands freiwillig 50 Prozent ihrer Forderungen streichen. Banken, Versicherungen, Hedgefonds und Privatleute besitzen griechische Staatsanleihen im Wert von gut 200 Milliarden Euro. Verzichten nun alle auf die Hälfte des Geldes, wird Griechenlands Schuldenlast in Höhe von 350 Milliarden Euro um 100 Milliarden Euro leichter.

Wie genau sieht der Schuldenschnitt der privaten Banken aus?

Die Gläubiger tauschen ihre alten griechischen Anleihen in neue Papiere. Für jeden Euro, den sie einst investiert haben, bekommen sie nur noch 50 Cent. Um ihnen den Verzicht zu versüßen, dürfte ein Teil der neuen Anleihen vom Rettungsfonds EFSF gesichert sein. Für ihre 200 Milliarden alter Griechen-Bonds bekämen die Gläubiger also beispielsweise 30 Milliarden sicherer EFSF-Anleihen zu Marktzinsen.

Hinzu kämen 70 Milliarden Euro neuer griechischer Anleihen mit langer Laufzeit und Zinsen um die 3,5 Prozent. Damit die Rechnung für Griechenland aufgeht, müssen sich so gut wie alle Gläubiger am Schuldenschnitt beteiligen. Falls dies nicht gelingt, könnte Athen ein Gesetz erlassen, wonach der Forderungsverzicht für alle Gläubiger bindend ist (Collective Action Clause). Das allerdings träfe auch die Europäische Zentralbank (EZB), den größten Einzelgläubiger Athens.

Warum braucht es erst ein zweites Hilfspaket für Athen, bevor der Schnitt auf den Weg gebracht werden kann?

So paradox es klingt - für einen Haircut braucht es Geld - Geld, das Griechenland nicht hat. Benötigt würden die 30 Milliarden Euro plus Zinsen für die neuen EFSF-Anleihen. Hinzu kämen noch bis zu 30 Milliarden Euro, um die griechischen Banken mit Kapital zu versorgen, die durch einen Schuldenschnitt viel Geld verlieren würden. Zudem bräuchte es voraussichtlich Garantien, damit sich die griechischen Banken weiterhin bei der EZB Geld leihen können.