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Schiffbau - Schwerin:Rudolph: Maritime Branche ist deutsche Gemeinschaftsaufgabe

Schwerin/Friedrichshafen (dpa/mv) - Wirtschaftsstaatssekretär Stefan Rudolph hat für mehr Bewusstsein um die Bedeutung der maritimen Industrie geworben. 70 bis 80 Prozent der Wertschöpfung beim Bau eines Schiffes entfallen auf die Zulieferungen. "Dass, was bei der Automobilindustrie allen klar ist, muss beim maritimen Anlagenbau noch deutlicher verstanden werden. Die maritime Branche sorgt nicht allein im Norden für wirtschaftliches Wachstum", sagte Rudolph am Dienstag vor der Nationalen Maritimen Konferenz. Die zweitägige Veranstaltung findet von Mittwoch an in Friedrichshafen am Bodensee statt.

Da viele Zulieferer nicht in den Küstenländern sitzen - etwa der Schiffsmotorenhersteller MAN, Siemens oder MTU - sei überregionaler Austausch wichtig, sagte Rudolph. Er wolle deutlich machen, dass zukunftsfähiger maritimer Anlagenbau ein deutsches Gemeinschaftsprojekt und keine norddeutsche Soloveranstaltung sei. Rudolph betonte auch die Rolle, die der Bund bei der Absicherung der Finanzierung neuer Schiffe spiele. Banken und Versicherer agierten eher zurückhaltend bei der Finanzierung maritimer Projekte. Die Firmen seien aber nicht in der Lage, den großen Geldbedarf während der Bauzeit allein zu schultern. Neben landeseigener Unterstützung brauche es deshalb auch weiterhin Hilfen vom Bund.

Im Nordosten sind dem Wirtschaftsministerium zufolge 11 500 Menschen in knapp 300 Firmen des Schiffbaus und Zuliefererindustrie beschäftigt. Von den Werftarbeitern seien 90 Prozent im Bau von Kreuzfahrtschiffen tätig, dessen Auftragsvolumen derzeit rund 3,6 Milliarden Euro betrage.