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Masterplan für E-Mobilität:Eine Million E-Ladepunkte gegen die Reichweitenangst

E-Ladestation

Ein Auto an einer Ladestation. (Symbolbild)

(Foto: dpa)
  • Um E-Autos attraktiv für Verbraucher zu machen, ist auch die Ladeinfrastruktur mitentscheidend.
  • In ihrem Video-Podcast hat Bundeskanzlerin Merkel jetzt angekündigt, bis 2030 eine Million Ladepunkte schaffen zu wollen.
  • Auch die Industrie werde sich daran beteiligen, sagte Merkel.

"Reichweitenangst" heißt ein vergleichsweise neues Phänomen unter deutschen Autofahrern. Verbreitet ist die Furcht vor allem unter Anhängern der Elektromobilität und tritt immer dann auf, wenn der Weg zu einem Ziel nicht gerade üppig mit Ladestationen für E-Autos gepflastert ist. Der Aufbau eines flächendeckenden und verbraucherfreundlichen Ladenetzes ist deshalb eine Schlüsselfrage für den Durchbruch der Elektromobilität.

Dafür ist noch viel zu tun, bislang gibt es rund 21 000 öffentlich zugängliche Ladepunkte - vor allem auf dem Land muss man derzeit aber oft lange suchen. Politik und Autoindustrie wollen nun Tempo machen. Das Ziel: Autofahrer sollen E-Autos künftig in ganz Deutschland schnell aufladen können und nicht warten müssen. Bei einem Spitzentreffen am Montagabend im Kanzleramt geht es um einen "Masterplan Ladeinfrastruktur" - und um die Zukunft von zigtausend Jobs in der für Deutschland immens wichtigen Autoindustrie.

Merkel verspricht Unterstützung

Die Branche steckt in einem schwierigen Umbruch, der Erfolg der E-Mobilität ist für sie von entscheidender Bedeutung. "Damit Deutschland auch weiterhin führende Automobilnation bleibt, müssen Politik und Industrie Hand in Hand an der schnellen Verbreitung von Elektrofahrzeugen arbeiten", heißt es im "Masterplan", erarbeitet vor allem vom Verkehrsministerium. Auch die Macher des "Masterplans" haben erkannt, dass es ohne einen massiven Ausbau des Ladenetzes nicht gehen wird.

Dabei kann die Industrie nun auf Hilfe von ganz oben hoffen. Bundeskanzlerin Merkel kündigte in ihrem wöchentlichen Video-Podcast an, dass der Bund zusammen mit der Industrie bis 2030 eine Million Ladepunkte bereitstellen wolle. Konkreter wurde die Kanzlerin in dem Podcast nicht.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) forderte am Sonntag verbindliche Vereinbarungen und verlässliche Finanzierungszusagen für den Ausbau der Ladeinfrastruktur: "Ich plädiere für ein klares Commitment für 100 000 öffentliche Ladepunkte bis spätestens 2021. Nur wenn es in absehbarer Zeit genügend Ladepunkte gibt, werden sich die Kunden für ein Elektrofahrzeug entscheiden."

E-Mobilität ist der Schlüssel für deutsche Klimaziele

Notwendige Änderungen im Mietrecht und im Wohnungseigentumsrecht seien "überfällig", sagte Weil. Die Bundesregierung will den Bau privater Ladestationen etwa in Tiefgaragen erleichtern - die Änderungen sollen nach derzeitigem Stand aber erst Ende 2020 in Kraft treten. Weil ist Mitglied im VW-Aufsichtsrat und wie andere Regierungschefs von "Autoländern" beim Autogipfel am Montag dabei.

In den kommenden Jahren sind deutlich mehr Elektroautos notwendig, damit die Autohersteller strengere Klimavorgaben der EU einhalten können. Die Elektromobilität spielt auch eine zentrale Rolle im Klimaschutzprogramm der Bundesregierung, mit dem Klimaziele 2030 vor allem im Verkehr erreicht werden sollen.

© SZ.de/dpa/mxm/ghe
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