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Leitzinsen:Die US-Notenbank sendet das falsche Signal

Yellen holds a news conference following the Federal Open Market Committee meeting in Washington

Fed-Chefin Janet Yellen beantwortet die Fragen der Journalisten nach der Leitzins-Entscheidung.

(Foto: REUTERS)

Die Fed setzt weiter auf die Strategie des billigen Geldes. Ändert sie diese nicht endlich, wird es in einer nächsten Krise gefährlich.

Die Entscheidung ist also noch einmal vertagt, die US-Notenbank belässt ihren Leitzins vorerst bei null. Zu groß war offenbar die Furcht der Währungshüter, dass die erste Straffung der Geldpolitik seit neun Jahren die Konjunktur abwürgen, Chaos an den Finanzmärkten auslösen und viele Schwellenländer in die Krise stürzen könnte.

So berechtigt die Sorgen sind: Der Beschluss der Fed ist falsch. Die US-Wirtschaft wächst robust, die Arbeitslosigkeit ist kräftig gesunken. Gleichzeitig könnte die Inflationsrate bei einem parallelen Anstieg von Löhnen und Energiepreisen rasch zum Problem werden. Wann, wenn nicht jetzt, will die Notenbank damit beginnen, das unnatürliche Zinsniveau der letzten Jahre hinter sich zu lassen und zu normaleren Sätzen zurückzukehren?

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Die Politik des ultra-billigen Geldes, also die Kombination aus Niedrigleitzinsen und großen Anleihekaufprogrammen, ist in den USA erfunden und erstmals angewendet worden. Nun sind es ebenfalls die USA, die beweisen müssen, dass auch ein Ausstieg aus dieser Politik möglich ist.

Gelingt dieser, dann hätte die Fed das Waffenarsenal der Notenbanken gegen Rezessionen auf Dauer um gleich mehrere Gattungen erweitert. Geht die Wende hingegen schief, dann wäre mehr gescheitert als nur eine Strategie. Dann droht der Weltwirtschaft und dem Weltfinanzsystem tatsächlich ein Orkan, gegen den die letzte Krise nur ein Lüftchen war.

Wie unabhängig sind die Notenbanken eigentlich noch?

Trotz dieser Gefahr ist ein Festhalten der Fed an der Nullzinspolitik auf lange Sicht keine Option - dasselbe gilt, wenn auch mit anderen zeitlichen Koordinaten, für die Europäische Zentralbank. Machen die Notenbanken nicht kehrt, berauben sie sich nicht nur dauerhaft eines ihrer wichtigsten Instrumente bei gravierenden wirtschaftlichen Abschwüngen - der Zinssenkung.

Sie würden zudem von einer öffentlichen Debatte über ihre politische Rolle und ihre demokratische Legitimierung überrollt, die sie nur verlieren könnten und die das Ende unabhängiger Notenbanken einläuten würde. Es wäre genau jene Diskussion, vor der Mahner wie Bundesbankpräsident Jens Weidmann die eigenen Kollegen immer wieder gewarnt hatten.

Die Entscheidung der Fed von diesem Donnerstag kann also nicht mehr sein als ein Aufschub. Im Herbst, allerspätestens im nächsten Frühjahr muss die Wende kommen.

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