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Konjunktur - Erfurt:Minister: Thüringen hat bundesweit zweithöchsten Lohnzuwachs

Erfurt (dpa/th) - Trotz eines deutlichen Aufwärtstrends bei den Thüringer Löhnen und Gehältern sieht Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) weiterhin großen Nachholbedarf. Die Verdienste seien im Freistaat zwischen 2010 und 2018 um 30,9 Prozent gestiegen, erklärte Tiefensee am Freitag mit Verweis auf Zahlen des Arbeitskreises Volkswirtschaftliche Gesamtrechnung der Länder. Das sei nach Sachsen-Anhalt (32 Prozent) der zweitstärkste Anstieg in allen Bundesländern. Nach wie vor liege Thüringen bei den Bruttolöhnen insgesamt aber auf den drittletzten Platz.

So verdiente ein Arbeitnehmer in Thüringen im Jahresdurchschnitt 29 676 Euro und damit etwas mehr als in Brandenburg (29 605 Euro) und Mecklenburg-Vorpommern (28 520 Euro), aber immer noch deutlich weniger als in strukturell vergleichbaren westdeutschen Ländern wie Schleswig-Holstein (31 003 Euro) oder Rheinland-Pfalz (33 114 Euro). Einkommensspitzenreiter sind demnach Hamburg (41 785 Euro), Hessen (38 779 Euro) und Baden-Württemberg (37 818 Euro).

Die Abkehr von der Niedriglohnstrategie seit 2010 beginne sich für die Beschäftigten in Thüringen auszuzahlen, meinte der Minister. Zur Lohnenentwicklung hätten insbesondere auch die gute wirtschaftliche Entwicklung, der wachsende Fachkräftebedarf und die größere Bereitschaft der Arbeitnehmer zum Jobwechsel.