bedeckt München 28°

Galeria Karstadt Kaufhof:Schließung der Kaufhäuser macht Kommunen Angst

Galeria Karstadt Kaufhof schließt Bundesweit Filialen, Bilder der geschlossenen Karstadt Filiale am Tempelhofer Damm. V

Geschlossene Karstadt-Filiale am Tempelhofer Damm in Berlin.

(Foto: imago images/A. Friedrichs)

Nach dem angekündigten Kahlschlag bei Galeria Karstadt Kaufhof fürchten Vertreter der Städte einen "tiefen Einschnitt" und fordern umfassende Hilfsaktionen.

Wegen der drohenden Schließung von 62 Filialen von Galeria Karstadt Kaufhof und 20 Karstadt Sport Filialen wächst die Angst vor negativen Folgen für die betroffenen Kommunen. Um eine Schwächung der Innenstädte zu verhindern, fordert der Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg eine konzertierte Hilfsaktion. "Das gelingt nur, wenn Handel, Immobilieneigentümer sowie Kommunen eng zusammenarbeiten und für attraktive Innenstädte Sorge tragen", sagte er der Passauer Neuen Presse.

Eine zentrale Rolle spielten dabei die Eigentümer der Gebäude. "Überzogene Mietforderungen sind in Krisenzeiten fehl am Platz", sagte Landsberg. "Die betroffenen Kommunen müssen gemeinsam mit dem Handel und den Immobilieneigentümern Zukunftsstrategien erarbeiten", forderte er.

"Tiefer Einschnitt"

"Die massenhaften Schließungen von Filialen bei Karstadt Kaufhof sind für die betroffenen Städte ein tiefer Einschnitt", erklärte auch der Vizepräsident des Deutschen Städtetages, Markus Lewe. Er wies in einer Presseerklärung darauf hin, dass bei Leerständen das gesamte Umfeld schnell an Attraktivität verliere, da die Filialen wie ein "Kundenmagnet" wirkten. Deshalb komme es sehr darauf an, die Auswirkungen der Schließungen zu begrenzen.

Diese Filialen werden geschlossen

Karstadt:

Berlin Charlottenburg, Berlin Gropius-Passage, Berlin Müllerstraße, Berlin Tempelhof, Bielefeld, Bonn, Bremerhaven, Dessau,Dortmund, Düsseldorf Schadowstraße, Essen, Flensburg, Frankfurt Zeil, Goslar, Gummersbach, Gütersloh, Hamburg Bergedorf, Hamburg Wandsbek, Hannover Georgstraße, Iserlohn, Leonberg, Lübeck, Mainz, Mönchengladbach Reydt, München Am Nordbad, München OEZ, Neumünster, Norderstedt, Nürnberg, Nürnberg Langwasser, Potsdam, Singen, Sulzbach MTZ, Trier Simeonstraße

Galeria Kaufhof:

Berlin Hohenschönhausen, Berlin Ringcenter, Braunschweig, Bremen, Brühl, Chemnitz, Dortmund, Düsseldorf Wehrhahn, Essen, Frankfurt Hessen-Center, Fulda, Göppingen, Hamburg AEZ, Hamburg Mönckebergstraße, Hamm, Ingolstadt, Köln Weiden, Landau, Leverkusen, Mannheim N7, München Stachus, Neubrandenburg, Neunkirchen, Neuss, Osnabrück, Stuttgart Bad Cannstatt, Witten, Worms.

Karstadt Sports:

Köln, Düsseldorf, Dortmund, Essen, Hamburg und München sowie die Hauptverwaltung von Karstadt Sports in Essen.

Außerdem:

Schnäppchencenter Gießen, Schnäppchencenter Frankfurt NWZ, die noch nicht eröffnete Filiale in Berlin Tegel.

Von dem Kahlschlag bei Galeria Karstadt Kaufhof sind mehr als 7000 Beschäftigte betroffen. Geschäftsführung und Arbeitnehmervertreter haben sich auf einen Sozialplan und die Gründung einer Transfergesellschaft geeinigt. Danach werden zunächst mindestens 62 Filialen von Kaufhof und Karstadt geschlossen, 110 bleiben erhalten. Betroffen sind diverse Standorte, darunter offenbar mehrere Filialen in Berlin und Hamburg, in München, Dortmund, Frankfurt und Köln. Zusätzlich sollen auch 20 der 30 Niederlassungen der Tochter Karstadt Sports dicht machen.

© SZ.de/sebi
Aufsteller mit Verkehrsschild Einbahnstraße Durchgang verboten und Zusatz bitte beachten Sie die Laufrichtung steht vor

Corona-Schäden
:Wo es der Wirtschaft besonders wehtut

Die Krise erfasst zunehmend die großen Unternehmen wie BMW oder Karstadt-Kaufhof. Aber am härtesten hat es Restaurants, Kneipen und Hotels getroffen, zeigen aktuelle Zahlen zur Pandemie.

Von Thomas Fromm und Max Hägler

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite