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Griechischer Finanzminister:Die Hintergründe der Tour durch Europa

Warum Vertreter der Euro-Zone skeptisch sind

Bei Vertretern der Euro-Zone stößt dieses Modell allerdings auf Skepsis. Sie bezweifeln, dass die EZB bereit wäre, griechische BIP-Bonds oder Anleihen mit unbegrenzter Laufzeit in ihre Bücher zu nehmen. Die Kreditbedingungen, die Griechenland durch den Euro-Rettungsschirm EFSF erhalten habe, könnten kaum noch verbessert werden, hieß es.

Welche Kreditbedingungen Griechenland momentan hat

Die Zinsen für die Kredite der griechischen Regierung liegen sehr niedrig, für bilaterale Kredite galt im vergangenen Jahr ein Zinssatz von 0,58 Prozent. Außerdem haben die öffentlichen Gläubiger, die den Großteil der Kredite tragen, Athen eine längere Laufzeit eingeräumt. So bleibt mehr Zeit, die Schulden zurückzuzahlen (mehr dazu lesen Sie hier). Gläubiger sind der europäische Rettungsschirm EFSF mit 44 Prozent, nationale Regierungen (18 Prozent), der IWF mit zehn Prozent und die Europäische Zentralbank (EZB). Der Rest entfällt auf private Kreditgeber. Momentan liegt der Schuldenstand Griechenlands bei 175 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, das entspricht 315 Milliarden Euro.

Warum eine Einigung drängt

Mit einer Lösung im Schuldenstreit muss sich die griechische Regierung jetzt beeilen, denn Ende Februar läuft das internationale Hilfsprogramm aus. Ohne eine Verlängerung würde Griechenland das Geld fehlen, fällige Schulden zu begleichen.

Üblicherweise vergibt die EZB Geld nur gegen Wertpapiere, denen Ratingagenturen gute Noten geben. Das ist bei Griechenland-Anleihen nicht mehr der Fall. Die EZB macht aber eine Ausnahme, wenn das betroffene Land ein EU-Rettungsprogramm mit harten Reformauflagen durchläuft - so wie Griechenland. Beendet Athen die Teilnahme am Sanierungsprogramm, würde die EZB die Anleihen des Landes nach heutigem Stand nicht mehr als Sicherheit akzeptieren - und auch beim jüngst angekündigten neuen Anleihenkaufprogramm der EZB ginge Athen leer aus. Griechische Banken wären somit von der Versorgung mit Zentralbankgeld abgeschnitten und von der Pleite bedroht.

Griechenland am Abgrund Athens großes Schuldenspiel
Analyse
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