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Ermittlungen wegen Marktbehinderung:Kartellamt ermittelt auch gegen Markenhersteller

Im Fall der großen Markenhersteller und ihres Internetvertriebs sind die Bonner dagegen noch nicht so weit. Quasi repräsentativ für eine ganze Branche prüfen Wettbewerbshüter derzeit Adidas und Asics. "Unter anderem geht es darum, dass die Hersteller es den Händlern erschweren oder verbieten, die Produkte über Drittplattformen wie Ebay oder Amazon zu vertreiben", sagt Mundt. Zudem gibt es auch hier Preisklauseln, die Waren sollen nirgendwo anders billiger angeboten werden als bei den Herstellern selbst. Markenhersteller suchten noch nach der richtigen Strategie im Internetvertrieb, sagt Mundt und mahnt: "Dabei darf der Wettbewerb nicht auf der Strecke bleiben."

Derzeit werden Betroffene befragt und der Markt untersucht. Eine Entscheidung wird es wohl erst im kommenden Jahr geben. "Diese Verfahren werden im Ergebnis nicht nur in Deutschland eine Signalwirkung entfalten", ist sich Mundt jetzt schon sicher.

Das könnte übrigens auch bei HRS der Fall sein. "Das Ergebnis wird auch für andere Buchungsportale eine Orientierung bieten", meint Mund. Und: Ein Abschluss sei noch in diesem Jahr zu erwarten. Es sieht nicht gut aus, die Preisklauseln stehen wohl vor dem Aus. HRS - die Abkürzung steht für Hotel Reservation Service - wurde 1972 in einem ehemaligen Gemüseladen in Köln als kleines Reisebüro gegründet. 1986 erschien zunächst ein Katalog mit Hotels. Schließlich expandierte die Firma 1996 ins Internet - mit großem Erfolg

Heute ist das Unternehmen HRS Marktführer bei Hotelbuchungen im Internet - mit vielen Millionen Nutzern im Monat. Doch nach Ansicht des Kartellamts gefährdet die Firma mit ihren Exklusivklauseln, die HRS mit Hotelpartnern vereinbart hat, den Wettbewerb. Weiß Mundt, siehe oben, aus eigener Erfahrung.