Eon und Uniper:Warum es heute 31 Dax-Konzerne gibt

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Energiekonzern Eon

Ein riskantes Unterfangen: Eon gliedert seine Altlasten aus. Im Netz des Konzerns herrscht Hochspannung.

(Foto: Julian Stratenschulte/dpa)

Eon trennt sich von Gas und Kohle. Dieses Geschäft übernimmt die neue Firma Uniper. Ihr Börsenstart an diesem Montag könnte holprig werden.

Von Varinia Bernau und Caspar Busse

31 statt 30: Wenn an diesem Montag die Börse in Frankfurt öffnet, wird im Deutschen Aktienindex ausnahmsweise ein Unternehmen mehr gelistet sein. Der Energiekonzern Eon hat sein Geschäft mit Gas-, Kohle und Wasserkraftwerken sowie dem Rohstoffhandel abgespalten und ihm den Namen Uniper gegeben. Nun geht es an die Börse, die Eon-Aktionäre haben nun für zehn Eon-Aktien ein Uniper-Papier in ihrem Depot.

Es ist eine Zellteilung der besonderen Art. Eine Milliardentransaktion mit ungewissem Ausgang. Aber der Schritt, den Eon-Chef Johannes Teyssen seit Ende 2015 vorbereitet, hat Vorbilder. In den USA haben der Internethändler Ebay und der Technologiekonzern Hewlett-Packard, in Deutschland Bayer und Siemens einen ähnlichen Weg eingeschlagen: Oft drängen Investoren die Firmen dazu. An der Börse werden sie dann gefeiert. Aber ist die Abtrennung auch langfristig der richtige Weg?

"Auf- und Abspaltungen sind als Methode der Restrukturierung ein gängiges Mittel. In jüngerer Zeit gab es einige prominente Fälle und damit mehr Aufmerksamkeit", sagt Falco Weidemeyer, Senior Partner bei der Unternehmensberatung Roland Berger. Und: "Das ist ein sehr radikaler Schritt, der gut überlegt sein sollte und für den es gewichtige Gründe geben muss."

Bei Eon und auch bei dem Konkurrenten RWE, der in den nächsten Wochen einen ähnlichen Schritt geht, gibt es solche gewichtigen Gründe. Beide sind nach der Energiewende in Bedrängnis geraten. Da immer mehr Ökostrom in die Netze eingespeist wird, ist der Großhandelspreis für Strom so stark gesunken, dass die konventionellen Kraftwerke kaum noch Gewinne abwerfen. Zudem müssen die großen Versorger Milliarden für die Altlasten in ihren Atomkraftwerken zur Seite legen.

Schließlich hat sich auch die Erwartung der Kunden gewandelt: Mit der Solaranlage auf dem Dach werden Verbraucher zu Versorgern. Die Konzerne müssen deshalb neue Dienste entwickeln - Beratungen für die Solaranlage auf dem Dach, wie Eon, oder Apps für das vernetzte Haus und eine Flatrate für Ökostrom, wie Innogy, die grüne RWE-Tochter. Sie müssen ihre Kundschaft nicht mehr nur bedienen, sondern begeistern. Und sie müssen nach neuen Möglichkeiten suchen, damit auch Geld zu verdienen. Das geht nur, so die strategische Überlegung hinter der Aufspaltung, wenn man sich allein darauf konzentriert und nicht die alte Welt als Ballast mitschleppt.

Der Handelskonzern Metro arbeitet seinerseits daran, sich bis Mitte nächsten Jahres aufzuspalten. Diese Branche ist durch die sich wandelnden Gewohnheiten und Ansprüche der Kunden ebenfalls im Umbruch. Auch dort soll sich eine Holding abspalten, die sich auf das Metro-Großhandelsgeschäft mit Gastronomen und das Lebensmittel-Geschäft in den Real-Märkten konzentrieren will. Auf der anderen Seite bleibt ein Unternehmen, das sich mit den Elektronikfachgeschäften von Media-Markt und Saturn vor allem gegen Onlineshops behaupten muss, wo immer mehr Menschen einkaufen. Dieses Unternehmen wird mit zehn Prozent an der dann deutlich schlankeren "Lebensmittel"-Metro beteiligt sein - und selbst entscheiden dürfen, wie zügig es dieses Aktienpaket zu Geld macht.

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