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Energie - Potsdam:Geoforscher an neuem Programm "Erde im Wandel" beteiligt

Brandenburg
Markus Rex, Leiter des Forschungsteams auf dem Forschungsschiff "Polarstern", schaut für ein Foto in die Kamera. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/Archiv (Foto: dpa)

Potsdam (dpa/bb) - Potsdams Geoforscher wollen dem Klimawandel tiefer auf den Grund gehen und zur wirksamen Abwehr von Naturkatastrophen beitragen. Dazu beteiligt sich das Geoforschungszentrum (GFZ) mit sechs weiteren Helmholtz-Zentren an dem siebenjährigen Forschungsprogramm "Erde im Wandel - Unsere Zukunft erhalten".

Es starte im kommenden Jahr, kündigte GFZ-Vorstand Reinhard Hüttl am Mittwoch in Potsdam an. Mit Hilfe des Programms sollen unter anderem der Klimawandel und Risiken wie Vulkanausbrüche und Erdbeben erforscht werden. Allein für 2021 investierten die beteiligten Helmholtz-Zentren 450 Millionen Euro, 60 Millionen Euro kämen vom GFZ. Insgesamt seien 2350 Forschende und 740 Doktoranden beteiligt. Das GFZ betreut federführend Themen zur Vorhersage von Geo-Gefahren und Geo-Ressourcen für eine Energiewende.

Ziel sei die Entwicklung von Frühwarnsystemen, erläuterte Hüttl. Es müsse gelingen, Mechanismen zu finden für einen geeigneten Schutz vor Naturkatastrophen. Es müssten Veränderungen erfasst sowie Ereignisse wie Extremwetter, Naturkatastrophen und die durch den Menschen verursachte Klimakatastrophe erkannt werden. "Wir brauchen Messdaten", sagte Hüttl. "Wichtig ist die Forschung und dann eine rasche Anwendung der Erkenntnisse."

2018 waren die beiden Satelliten "Grace-FO" - ein gemeinsames Projekt mit der US-Weltraumbehörde NASA - ins All gestartet. Sie lieferten seitdem kontinuierlich Monat für Monat Daten zu Veränderungen des Schwerefeldes, berichtete Frank Flechtner, Leiter der "Grace"-Mission am GFZ. Rund 4000 bis 5000 Nutzer - unter anderem aus der Landwirtschaft oder von Umweltbehörden - griffen monatlich darauf zu.

Mit den Beobachtungen seien Rückschlüsse auf den Klimawandel möglich. So konnte unter anderem die Trockenheit in Deutschland 2018 und 2019 erfasst worden. Außerdem sei sichtbar, dass sich der Verlust der Eismassen auf Grönland fortsetze.