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Einzelhandel - Hamburg:Hamburg öffnet Kinos, Sporthallen und Freibäder

Corona
Clubmitglieder trainieren im Fitnessstudio. Foto: Bernd Wüstneck/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

Hamburg (dpa/lno) - Angesichts der niedrigen Infektionszahlen hat der Hamburger Senat weitere Lockerungen von Schutzmaßnahmen gegen das Coronavirus beschlossen. Die Regelungen betreffen vor allem die Bereiche Sport, Freibäder, Freizeit, Kultur und Seniorenarbeit. Voraussetzungen für alle Maßnahmen sind Hygienekonzepte, die von den jeweiligen Betreibern vorgelegt werden müssen, sowie das Einhalten der Abstandsregel von mindestens 1,5 Metern und die Datenerfassung der Besucher für eine mögliche Kontaktnachverfolgung im Falle eines Infektionsgeschehens.

"Unsere Strategie bleibt bestehen, dass wir sehr vorsichtig sind", sagte Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Dienstag in Hamburg nach einer Senatssitzung zu weiteren Lockerungen der Corona-Auflagen. Im Moment sei das Infektionsgeschehen sehr niedrig. "Wir wollen diese erfolgreiche Linie fortsetzen."

Im Einzelnen beschloss der Senat:

Die KINDERTAGESSTÄTTEN in Hamburg werden weiter geöffnet. Von Donnerstag nächster Woche (4. Juni) an dürfen auch Kinder im Alter von viereinhalb Jahren und Geschwisterkinder in die Kita, wie Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD) sagte.

Für das soziale Miteinander wichtige Einrichtungen wie SENIORENTREFFS in den Bezirken dürfen ihre Türen ab Mittwoch wieder öffnen. Weitere Lockerungen gibt es auch für OBDACHLOSE. Tageseinrichtungen und Treffs dürfen wieder tagsüber öffnen, so dass ein Mittagessen ausgeteilt werden kann. Angebote der Jugendhilfe dürfen ebenfalls wieder öffnen.

Im FREIZEITBEREICH dürfen KINOS, SPIELHALLEN, die Spielbank und Wettbüros Besucher empfangen. Auch die Kino-Gastronomie darf ihren Betrieb wieder aufnehmen. In Autokinos dürfen LIVE-KONZERTE gegeben werden. "Aber es muss dabei bleiben, dass das Publikum im Auto sitzt", betonte Prüfer-Storcks. Applaus dürfe nur per Lichthupe oder Blinker gespendet werden.

Vorerst weiter geschlossen bleiben CLUBS, BARS und BORDELLE. "Alles, was wir derzeit über die Infektiosität wissen, deutet darauf hin, dass wir genau dieses, Musik machen, tanzen, körperliche Kontakte zu ermöglichen, dass wir das bis auf Weiteres nicht zulassen können", erklärte Tschentscher.

Das PLANETARIUM im Hamburger Stadtpark darf wieder Reisen zu entfernten Galaxien und Planeten anbieten. Großveranstaltungen sind bis Ende August weiterhin untersagt, doch schon bald dürfen Live-Kulturveranstaltungen unter freiem Himmel mit bis zu 50 Personen wieder stattfinden.

RELIGIÖSE OPEN-AIR-VERANSTALTUNGEN sind ab Mittwoch wieder möglich. Die Kirchen feiern traditionell viele Pfingstgottesdienste unter freiem Himmel.

Im SPORTBEREICH gilt: Es darf unter besonderen Bedingungen und Hygienevorschriften in Sporthallen, Fitness- und Sportstudios sowie Yogastudios wieder trainiert werden. Hier ist ein Abstand von 2,5 Metern zu anderen Personen einzuhalten. Wellness- und Saunabereiche bleiben geschlossen. Am 2. Juni dürfen FREIBÄDER wieder öffnen, allerdings müssen die Eintrittskarten online gekauft werden. Auch Tanzschulen und Indoor-Spielplätze können den Betrieb aufnehmen.

Die Zahl der positiv auf das Sars-Cov-2-Virus getesteten Hamburger ist seit Montag um 3 gestiegen. Die Zahl der in Hamburg insgesamt gemeldeten Fälle liegt damit bei 5064. Die Gesundheitsbehörde geht von rund 120 aktuell infizierten Hamburgern aus.

Derzeit befinden sich 36 Hamburger wegen der Lungenkrankheit in stationärer Behandlung (Montag: 37), davon werden 14 Personen intensivmedizinisch betreut. Mitte April hatten noch mehr als 260 Hamburger mit Covid-19 im Krankenhaus gelegen. 241 Erkrankte (Montag: 240) sind in Hamburg nach Angaben des Robert Koch-Instituts gestorben. Das Institut für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf konnte bislang bei 217 (Montag: 215) Personen eine Covid-19-Infektion als Todesursache feststellen.

Der Senat hat angekündigt, dass er bei einem Wert von 900 Neuinfektionen pro Woche die Kontaktbeschränkungen wieder verschärfen würde. In den vergangenen sieben Tagen waren es aber nur 30. "Es werden weiterhin täglich 4000 Tests gemacht, aber immer weniger Infektionen gefunden", sagte Prüfer-Storcks. Die Zahl der Neuerkrankten sei stabil im unteren einstelligen Bereich. Tschentscher betonte, dass es auf die Dynamik des Infektionsgeschehens ankomme.

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