Elektromobilität:Zahl der Ladepunkte wächst - aber nicht schnell genug

Ein Elektroauto lädt an einer öffentlichen Ladestation in Berlin

Ein Elektroauto lädt an einer öffentlichen Ladestation in Berlin den Akku auf.

(Foto: Christoph Soeder/dpa)

Glücklich der E-Autofahrer, der mit wenig Saft in Ingolstadt strandet - dort gibt's die meisten öffentlichen Ladepunkte. Auch sonst bessert sich die Lage, aber es müsste schneller gehen.

Es ist die Urangst von E-Autofahrern: irgendwo in der Pampa liegen zu bleiben mit leerer Batterie. Da man keinen Kanister mit Strom holen kann, bleibt dann nur Abschleppen. Diese Angst wird allerdings zunehmend unbegründeter. Fahrer von Elektroautos finden in Deutschland immer leichter einen öffentlichen Platz zum Stromtanken. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) sieht aber weiter Bedarf, das Tempo beim Ausbau der Ladeinfrastruktur zu erhöhen.

Zum 1. Juli dieses Jahres kamen auf einen öffentlichen Ladepunkt in Deutschland rund 21 Elektrofahrzeuge, wie der VDA mitteilte. Zum Jahresbeginn waren es demnach noch mehr als 23 E-Fahrzeuge. Innerhalb der ersten sechs Monate dieses Jahres hat sich die Zahl öffentlicher Ladepunkte in Deutschland laut VDA um fast 17 000 auf rund 97 500 erhöht. Gleichzeitig waren zum 1. Juli in der Bundesrepublik rund zwei Millionen Elektro-Pkws registriert. Darunter fallen sowohl batterieelektrische Antriebe (BEV) als auch Plug-in-Hybride.

Vor allem bei den Schnellladepunkten geht es aufwärts. Im ersten Halbjahr kamen in Deutschland mehr als 5300 von ihnen hinzu. Ihre Zahl lag zur Jahresmitte bei rund 18 500. Damit kamen 110 Elektroautos auf einen Schnellladepunkt. Doch das Wachstum ist aus Sicht des VDA weiterhin zu langsam. Das Ziel der Bundesregierung sieht bis 2030 bundesweit mindestens eine Million öffentliche Ladepunkte vor. Um dieses Ziel zu erreichen, müsste sich das Ausbautempo dem Verband zufolge verdreifachen. "Die Menschen brauchen die Gewissheit, überall und zu jeder Zeit unkompliziert laden zu können, damit sie auf die E-Mobilität umsteigen", so VDA-Präsidentin Hildegard Müller.

Hinzu kommen große Unterschiede in den einzelnen Regionen. Der VDA wertet die Verfügbarkeit von Ladepunkten auf Basis von Daten des Kraftfahrt-Bundesamts sowie der Bundesnetzagentur für Bundesländer, Landkreise und Städte aus. Am besten schneidet dabei die Stadt Ingolstadt ab. Hier müssen sich lediglich rund vier Elektroautos einen öffentlichen Ladepunkt teilen. Am wenigsten Tankmöglichkeiten gibt es in der Stadt Wiesbaden. Auf einen öffentlichen Ladepunkt kommen dort dem VDA zufolge 115 E-Pkws.

Bei den Bundesländern steht Sachsen am besten da, das Saarland am schlechtesten. Das Flächenland Bayern liegt auf dem siebten Platz, dort müssen sich rechnerisch knapp 21 E-Auto-Fahrer einen öffentlichen Ladepunkt teilen. Dem VDA zufolge gibt es in rund der Hälfte aller Gemeinden in Deutschland noch keinen einzigen öffentlichen Ladepunkt. Das sei "ernüchternd und verdeutlicht den politischen Handlungsbedarf", sagte Müller.

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