Digitalisierung Yomo soll spätestens im Herbst an den Start gehen

Nach SZ-Informationen gehören neben der Kreissparkasse Köln auch die Institute in Hamburg, Berlin und München zu den Treibern. Daneben sind bisher die Sparkassen in Bremen, Köln-Bonn, Esslingen-Nürtingen und Paderborn-Detmold an Bord. Die Umsetzung liegt bei der Hamburger Firma Starfinanz, die Apps für die Sparkassen entwickelt. Wie konkret die Pläne sind, zeigt sich daran, dass Starfinanz vor Kurzem bereits eine Internetadresse namens www.yomo.de live geschaltet hat. Zudem soll dieser Tage das Bundeskartellamt über die Pläne informiert werden.

"Technisch ist das alles schon sehr weit", sagt ein Kenner des Projekts. Der Testlauf könnte schon in den nächsten Wochen beginnen. Den offiziellen Planungen zufolge soll Yomo im Herbst an den Start gehen; manche hoffen, dass es sogar noch früher klappt. Zielgruppe, heißt es aus einer der Banken, seien nicht die klassischen Sparkassenkunden, "sondern Leute zwischen 18 und 35 Jahren, die wir ohne neue Angebote tatsächlich früher oder später an Fintechs wie Number 26 verlieren". Darum soll Yomo als Marke offenbar möglichst unabhängig von den Sparkassen auftreten.

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Proteste kleinerer Sparkassen sind bereits absehbar

Den absehbaren Protesten aus dem eigenen Lager wollen die Initiatoren begegnen, indem sie versprechen, für Yomo zunächst nur innerhalb ihres eigenen Sprengels zu werben. Zudem sollen sich andere Sparkassen anschließen können, etwa über ein Lizenzverfahren. Ob diese Zugeständnisse ausreichen, um einen Aufstand in den eigenen Reihen zu verhindern, bleibt abzuwarten. Einer, der bei vielen kleineren Sparkassen gut vernetzt ist, sagt: "Wenn die Großsparkassen die Idee mit Yomo durchziehen, kündigen sie die Solidarität mit den übrigen Instituten de facto auf."

Bislang gibt es ein prominentes Beispiel eines kommunalen Instituts, das sich nicht an das Regionalprinzip hält - nämlich die Frankfurter Sparkasse, die schon seit Jahren die bundesweit tätige Direktbank namens "1822" unterhält. Ansonsten sind es eher die ebenfalls öffentlich-rechtlichen Landesbanken, die gern mal in den Gebieten der Schwesterbanken wildern. So gehört die DKB, eines der größten deutschen Online-Institute, zur Landesbank Bayern-LB. Eine gemeinsame Sparkassen-Direktbank aber galt den Instituten immer als Tabu.

Unklar scheint auch zu sein, wie teuer Yomo werden soll. Wollen die Sparkassen das Produkt genauso wie Number 26 quasi gebührenfrei anbieten? Oder folgen sie dem Mantra, wonach die Zeit kostenloser Girokonten jetzt zu Ende geht? Einer, der das Projekt eng verfolgt, sagt dazu: "Das ist einer der Punkte, die noch für Zündstoff sorgen könnten." Es dürfte nicht der einzige bleiben.

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