Konjunktur:Deutsche Wirtschaft bricht Ende 2021 stärker ein als erwartet

Lesezeit: 1 min

Wirtschaft in Deutschland: Fußgängerzone in Frankfurt am Main

Menschen in der Fußgängerzone in Frankfurt am Main. Die Corona-Pandemie sorgt für eine gedämpfte Kauflaune.

(Foto: Boris Roessler/dpa)

Die Deutschen gehen wegen der Infektionszahlen weniger ins Restaurant und einkaufen. Dieses Jahr erwarten Ökonomen aber einen Aufschwung.

Von Alexander Hagelüken

Blackout zum Jahresende: Die deutsche Wirtschaft ist in den Schlussmonaten 2021 heftiger eingebrochen als bisher gedacht. Das Bruttoinlandsprodukt schrumpfte von Oktober bis Dezember gegenüber dem Quartal davor um 0,7 Prozent, teilte das Statistische Bundesamt mit. Ökonomen hatten nur mit einem etwa halb so starken Minus gerechnet.

Wesentlich verantwortlich für den Einbruch ist die vierte Corona-Welle. Nach stark ansteigenden Infektionen hat die Politik die Schutzmaßnahmen gegen das Virus wieder verstärkt. Restaurants und Geschäfte sind zwar noch offen, aber eingeschränkt. Zudem scheuen sich offenbar viele Bundesbürger wegen der gestiegenen Infektionsgefahr, essen und einkaufen zu gehen. So zeigen die Zahlen, dass vor allem der private Konsum im vierten Quartal 2021 abgenommen hat. Den Unternehmen machten weiter Lieferengpässe zu schaffen. Insgesamt ist die deutsche Wirtschaft im zweiten Corona-Jahr aber um knapp drei Prozent gewachsen.

Ab dem Frühjahr könnte es aufwärts gehen

"Die Corona-Krise hat die deutsche Wirtschaft zum Jahresende noch einmal deutlicher getroffen, als es viele gehofft hatten", sagt Sebastian Dullien, Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK). "Der Rückgang der Wirtschaftsleistung im vierten Quartal bedeutet, dass nun die Ausgangsbasis für das laufende Jahr schlechter ist".

Allerdings gibt es Hoffnung, dass die Wirtschaft, anders als bisher gedacht, bereits in den ersten Monaten 2022 wieder wächst. So hat sich laut Ifo-Institut die Zahl der Unternehmen, bei denen Lieferengpässe die Produktion stören, zwischen Dezember und Januar bereits von 82 auf 67 Prozent verringert. "Auch der Dienstleistungssektor kann nach einem etwaigen Abklingen der Omikron-Welle im März wieder auf bessere Umsatzzahlen hoffen", so Thomas Gitzel von der VP Bank.

Auch IMK-Direktor Dullien rechnet weiter mit einer Erholung der Wirtschaft ab dem Frühjahr: "Sobald die aktuelle Covid-Welle abflacht, dürften die Menschen wieder mehr für den Konsum ausgeben". Zwar werde derzeit die Kaufkraft durch hohe Energiepreise gedämpft. Aber die Deutschen hätten dafür in der Corona-Zeit rund 200 Milliarden Euro zusätzlich gespart, von denen einiges in den Konsum fließen werde. Dullien geht auch nach dem Schock im vierten Quartal von vier (vorher: 4,5) Prozent Wachstum für die deutsche Wirtschaft 2022 aus. Andere Institute sind etwas skeptischer.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB