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Harter Brexit:Britische Regierung rechnet offenbar mit Lebensmittelknappheit

Fish and Chips

Werden Fish and Chips in Großbritannien bald knapp? Bisher hatte Premierminister Boris Johnson das verneint.

(Foto: Friso Gentsch/dpa)
  • Bei einem No-Deal-Brexit könnte es zu einem Mangel an Lebensmitteln, Medikamenten und Benzin kommen. Davon geht die britische Regierung einem Medienbericht zufolge aus, der sich auf Regierungsdokumente beruft.
  • Zudem sei mit einem mehrmonatigen Zusammenbruch der Häfen zu rechnen.
  • Der britische Premierminister hatte angekündigt, dass Großbritannien Ende Oktober aus der EU austritt - ob mit oder ohne Abkommen.

Sollte Großbritannien ohne Abkommen aus der Europäischen Union austreten, rechnet die britische Regierung einem Bericht zufolge mit einem Mangel an Lebensmitteln, Medikamenten und Benzin. Die britische Tageszeitung Sunday Times will dies aus geleakten Regierungsdokumenten erfahren haben. Darüber hinaus werde von einem mehrmonatigen Zusammenbruch der Abfertigung in den Häfen, einer harten Grenze zu Irland und steigenden Sozialkosten ausgegangen.

Demnach müssten Lastkraftwagen wegen der Zollkontrollen mit Verzögerungen von bis zu zweieinhalb Tagen rechnen. An den Häfen dürften die Störungen bis zu drei Monate dauern, bis sich der Zustand etwas verbessere. Außerdem könnte es zu landesweiten Protesten kommen. Das Dossier, das sich mit den wahrscheinlichsten Auswirkungen eines No-Deal-Brexits beschäftige, wurde den Angaben zufolge vom Cabinet Office zusammengestellt. Das Büro soll den Premierminister und die Minister in ihrer Arbeit unterstützen.

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Es wird immer wahrscheinlicher, dass Großbritannien ohne Abkommen aus der EU ausscheidet. Der britische Premierminister Boris Johnson will - "komme, was wolle" - das Land zum Ablauf der Brexit-Frist Ende Oktober aus der Staatengemeinschaft führen. Sollte sich Brüssel nicht auf Nachverhandlungen zum Brexit-Vertrag einlassen, den seine Vorgängerin Theresa May ausgehandelt hat, will Johnson notfalls ohne Deal ausscheiden. Änderungen lehnt die EU aber strikt ab. Damit wächst die Gefahr eines No-Deal-Brexits. Für diesen Fall werden jedoch unter anderem schwerwiegende Nachteile für die Wirtschaft auf beiden Seiten des Ärmelkanals befürchtet.

Der Nachrichtenagentur PA zufolge wird Johnson am Mittwoch in Berlin mit Kanzlerin Angela Merkel und am Donnerstag mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zusammentreffen. Demnach wird erwartet, Johnson werde klarmachen, dass es einen neuen Brexit-Deal geben müsse und das Parlament das Ergebnis des Referendums nicht aufheben werde.

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