Brexit Honda schließt Fabrik in Großbritannien - 3500 Arbeitsplätze betroffen

  • Honda schließt eine große Autofabrik in Großbritannien. Kurz vor dem Brexit stehen 3500 Arbeitsplätze auf dem Spiel.
  • Die EU hat gerade ein umfassendes Freihandelsabkommen mit Japan geschlossen, das Autozölle abbaut. London und Tokio streiten dagegen über die künftigen Handelsbeziehung.

Der japanische Autobauer Honda schließt sein Werk in Großbritannien. Das verkündete der Konzern am Dienstag. Das Werk in Swindon ist Hondas einzige Fertigungsstätte in Europa. Die Fabrik mit 3500 Beschäftigten soll 2021 die Arbeit einstellen. Der Ende März anstehende EU-Austritt Großbritanniens sei nicht der Grund für die Entscheidung, hieß es. Es gehe um eine Umstrukturierung des globalen Fertigungsnetzwerkes, um sich verstärkt auf Elektroautos zu konzentrieren. Der britische Wirtschaftsminister Greg Clark nannte Hondas Ankündigung "zutiefst enttäuschend". Die Entscheidung sei verheerend für Swindon und das ganze Land.

Die Entscheidung kommt wenige Tage nachdem das Freihandelsabkommen zwischen Japan und der Europäischen Union in Kraft getreten ist. Japanische Konzerne wie Honda werden davon profitieren, da die EU-Zölle von zehn Prozent auf Autos aus Japan Schritt für Schritt gesenkt werden und von 2027 an ganz entfallen.

Die britische Regierung verhandelt mit Tokio, um ein eigenes Freihandelsabkommen zu erreichen. Doch das scheint sehr schlecht zu laufen, berichtete just die Financial Times. Demnach fühlte sich Japan von Großbritannien unverhältnismäßig unter Druck gesetzt. Tokio habe kurzzeitig sogar überlegt, Gespräche über ein Handelsabkommen mit Großbritannien offiziell abzusagen.

Ökonomen argumentieren, dass Staaten sich in solchen Verhandlungen leichter tun, wenn mehrere Länder zusammen verhandeln, anstatt nur zwei: Denn dann sind mehr Kompromisse möglich.

Wenn London die EU verlässt, ist das Vereinigte Königreich auch nicht mehr Teil der von der EU verhandelten Freihandelsabkommen. Das verunsichert vor allem internationale Konzerne, die fürchten, dass sie ihre Produkte aus Großbritannien nur noch mit neuen Zöllen exportieren können. Das zeigt sich gerade vor allem bei japanischen Unternehmen. Der Autokonzern Nissan hatte kürzlich mitgeteilt, die nächste Generation seines SUV-Modells X-Trail für den europäischen Markt lieber in Japan statt in England zu bauen. Ein No-Deal-Brexit könnte auch die Produktion an dem britischen Toyota-Standort erschweren, teilte der Hersteller mit. Neben dem Brexit sind es die globalen Handelsstreitigkeiten, die gesunkene Diesel-Nachfrage und schärfere Abgas-Grenzwerte, die den Konzernen zu schaffen machen.

Hondas Werk in Swindon im Süden Englands produziert jährlich 150 000 Autos, darunter das Modell Civic. Die Fabrik macht damit rund 10 Prozent der gesamten Autoproduktion Großbritanniens aus. Honda begann dort im Jahr 1989 zunächst mit der Fertigung von Motoren. Seit 1992 laufen dort Autos von den Bändern.

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