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Deutsche Bahn:86 Milliarden Euro zur Sanierung des Schienennetzes

Sanierung Bahnschienen

An vielen Stellen des über 33 000 Kilometer langen Schienennetzes gibt es Sanierungsbedarf.

(Foto: dpa)
  • Die Deutsche Bahn und der Bund wollen in den kommenden zehn Jahren 86 Milliarden Euro in die Sanierung des Schienennetzes stecken.
  • Nun müssen noch Haushalts- und Verkehrsausschuss dem Programm zustimmen.
  • Das teils marode Netz ist einer der Gründe für viele Verspätungen.

Bund und Deutsche Bahn wollen in den kommenden zehn Jahren rund 86 Milliarden Euro in den Erhalt des Schienennetzes stecken. Das sieht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Grundsatzeinigung über eine neue Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung vor. Die Laufzeit der Vereinbarung soll zehn Jahre betragen. Der weitaus größte Anteil der Gelder kommt vom Bund.

Die nun auslaufende Vereinbarung, die für fünf Jahre galt, sah im Jahresdurchschnitt Mittel von rund 5,6 Milliarden Euro für den Erhalt des Schienennetzes vor. Dieser Betrag soll nun stark steigen, und zwar schrittweise. Von 2020 bis 2024 sind nach dpa-Informationen jährlich im Durchschnitt 7,9 Milliarden Euro vorgesehen, von 2025 bis 2029 dann im Jahresschnitt 9,2 Milliarden. Für das Jahr 2029 ist ein Höchstbetrag von 9,6 Milliarden vorgesehen. Die Bahn gibt Eigenmittel dazu.

Bahn und Bund hatten lange über eine neu Vereinbarung verhandelt, nun wurde eine Einigung erzielt. Den "Sack zugemacht" hätten Bahn-Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla, Verkehrs-Staatssekretär Michael Güntner und Finanz-Staatssekretär Werner Gatzer, hieß es. Der Haushalts- sowie der Verkehrsausschuss des Bundestags müssen noch zustimmen, dies ist bis Ende des Jahres geplant.

An vielen Stellen im 33 000 Kilometer langen Schienennetz gibt es großen Investitionsbedarf wegen teils maroder Brücken und Anlagen. Auch viele Schienenstrecken sind in die Jahre gekommen und müssten saniert werden. Dies ist auch ein Grund für Verspätungen bei der Bahn sowie anderer Störungen. In den ersten sechs Monaten kam gut jeder fünfte Fernverkehrszug der Deutschen Bahn zu spät - die Pünktlichkeit hat sich unterm Strich im Vergleich zum ersten Halbjahr 2018 leicht verschlechtert.

Zur Abmachung zwischen dem Bund und dem bundeseigenen Konzern zum Erhalt der Schienenwege zählt, dass die Bahn in den nächsten zehn Jahren rund 2000 Brücken erneuert. In der aktuell gültigen Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung war die Sanierung von 875 Brücken bis 2019 festgelegt worden. Die Investitionsvereinbarung, mit der die Leistungsfähigkeit der Infrastruktur erhalten und verbessert werden soll, bezieht sich auf das bestehende Netz, der Bau neuer Strecken ist nicht erfasst.

Die schwarz-rote Koalition hat sich zum Ziel gesetzt, die Bahn deutlich zu stärken. Bis 2030 soll die Zahl der Fahrgäste verdoppelt werden. Die Stärkung der Schiene ist auch ein wesentlicher Teil von Vorschlägen im Klimakabinett der Bundesregierung. Am 20. September soll es eine Grundsatzentscheidung geben über ein Maßnahmenpaket für mehr Klimaschutz, damit nationale und international verpflichtende Klimaziele erreicht werden.

© SZ.de/dpa/bix/hij
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