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Abgasskandal:Besonders für VW brechen nun harte Zeiten an

Die nächsten Jahre werden für die Konzerne eine harte Zeit. Der Wandel hin zu Elektroautos wird Zehntausende von Arbeitsplätzen in der Branche vernichten; gleichzeitig werden IT-Konzerne wie Google oder Facebook verstärkt versuchen, das Auto zu einem Teil ihres eigenen Geschäftsmodells zu machen. Hersteller und IT-Ausrüster werden Partner, sich umschmeicheln, und gleichzeitig erbitterte Konkurrenten - sie werden darum kämpfen, wer die Hoheit über das Auto hat. Es wird ein erbitterter Kampf um Daten und Erlöse. Die Autoindustrie hat dabei den schwierigeren Stand, denn sie muss sich mit Milliarden auf die Zukunft einstellen, hockt aber immer noch auf den Altlasten ihrer Vergangenheit.

Besonders VW. Der Konzern hat neuen Ärger mit der EU-Kommission und Verbraucherschützern, denen die Reparatur von acht Millionen betroffenen Diesel-fahrzeugen zu Recht zu langsam vonstattengeht. Zudem hat eine öffentliche Schlammschlacht mit deutschen Händlern begonnen, die direkt an der Kundenfront stehen und sich vom Konzern alleingelassen fühlen. Die Händler sind es am Ende, die den Käufern erklären müssen, warum der Wert ihres Dieselfahrzeugs in diesen Tagen immer weiter sinkt. Dazu kommen drohende Dieselfahrverbote, Ermittlungen gegen führende Ex-Manager und der Imageverlust - es gab für diese Branche sicherlich schon bessere Zeiten, um in die Zukunft aufzubrechen.

Die großen deutschen Autobauer kommen schon klar

Und doch hat diese Industrie keine andere Wahl: Sie muss den Wandel als Chance begreifen, wenn sie verhindern will, dass bald andere Autos bauen. Dazu gehören nicht nur neue Technologien und Partnerschaften. Dazu gehört auch, dass ein Konzern wie Volkswagen seine Kunden und Händler anständig behandelt und nicht auch noch sein Restvertrauen verspielt. Der Dieselbetrug wurde nicht von Händlern erfunden, sondern in VW-Abteilungen ausgeheckt.

Sorgen, dass die großen deutschen Autobauer scheitern, braucht sich jedenfalls niemand zu machen, auch die Bundeskanzlerin nicht. Die Gewinnmaschinen BMW, Daimler und VW haben ihre Groß-Eigentümer jahrelang mit Rekorddividenden verwöhnt. Das wird wohl auch so bleiben. Nur muss jetzt eben ein noch größerer Teil dieses Geldes investiert werden.

Abgasskandal Wo VW seine illegalen Diesel parkt

Abgasskandal

Wo VW seine illegalen Diesel parkt

In den USA sammelt Volkswagen auf riesigen Halden tausende Autos. Sie warten darauf, umgerüstet und weiterverkauft zu werden - oder verschrottet.   Von Thierry Backes