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Start-up:Flatrate für den virtuellen Kleiderschrank

Aus diesem Grund muss Re-nt so einfach und flexibel wie möglich werden. Ab diesem Frühling sollen Kunden deshalb über eine Smartphone-App die Kleidung auswählen können: Mit einer Flatrate von mindestens 30 Euro monatlich erhalten sie dann Zugang zu einem virtuellen Kleiderschrank, aus dem sie sich bis zu vier Teile gleichzeitig nach Hause schicken lassen können. Das funktioniert dann nach einem Punktesystem, wobei ein Punkt den Wert von zehn Euro hat. Abhängig vom Einkaufswert der Kleidung können die Kunden dann ihre Punkte einlösen - und diese beliebig oft im Monat umtauschen. Die neue Jeansjacke hat schon nach ein paar Tagen ihren Reiz verloren? Eine modische Alternative ist sicher schnell gefunden, kleinere Schäden sind außerdem über das Unternehmen mitversichert.

In der idealen Welt von Robina von Stein hätte ohnehin jeder Mensch nur eine schlichte Basisgarderobe mit Denim-Jeans, weißen T-Shirts und schwarzen Pullovern, die dann je nach Stimmung oder Anlass durch die gemusterte Bluse, den eleganten Wintermantel oder den gepunkteten Minirock temporär ergänzt wird - auch mit Marken, die man sich sonst nicht leisten kann oder will.

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Unsere Autorin hatte irgendwann genug von Jeans mit T-Shirt. Aber welche Garderobe stattdessen? Eine Geschmackssuche mit glücklichem Ausgang.   Von Christina Waechter

Um wirklich den Geschmack der breiten Masse zu treffen, benötigt Re-nt aber mehr Auswahl. Robina von Steins Taktik, um neue Marken von ihrer Vision zu überzeugen lautet: Fragen kostet nichts. Und Kaltakquise funktioniert am besten dort, wo potenzielle Kooperationspartner zahlreich vertreten sind. Auf der Premium Messe in Berlin etwa, einer Veranstaltung im Rahmen der Fashion Week.

Mehr als 1000 Marken präsentieren hier die Trends der neuen Saison, die Kleidung wird in grellem LED-Licht präsentiert, Stein trägt schlichtes Schwarz. In eiligen Schritten läuft sie durch das dichte Gedränge von Modebegeisterten, ihren ersten Halt macht sie beim Stand des dänischen Labels "Minimum", wo sie bereits von einer blonden Frau erwartet wird. Küsschen links, Küsschen rechts, dann geht es erst einmal um Vertriebsmöglichkeiten, Kommissionen, Zahlen. "Girls", sagt die Dame vom dänischen Label, wünschten sich Outfits für ein Wochenende oder eine Nacht, "deswegen ist das eine gute Idee". Auch der ökologische Aspekt würde immer mehr ins Bewusstsein der Marken rücken. Aber ist gemietete Kleidung die Zukunft? "Eine Konkurrenz zum Kaufen wird das nie", ist sich die Frau von "Minimum" sicher.

Auch die beiden Herren von Etienne Aigner, Hersteller von exklusiven Lederwaren aus München, zeigen sich eher skeptisch. Robina von Stein sagt später: "Natürlich fürchten sich die Labels auch vor der Kannibalisierung ihres Geschäftsmodells."