bedeckt München 31°

Zukunft des DFB:Löw braucht neuen Freistoß-Trainer

Ob sie allerdings einen Platz finden, hängt vom Personal ab, das in Brasilien Weltmeister wurde. Erik Durm, Matthias Ginter, Shkodran Mustafi, Julian Draxler, Christoph Kramer - in den hinteren Reihen verdienten sich Neulinge ihre Meriten, von denen keiner älter als 23 Jahre alt ist. Auch von den Etablierten hatte alleine Philipp Lahm vor dem Turnier die Grenze von 30 Jahren überschritten. Bis zur Europameisterschaft in Frankreich 2016 dürften alle noch dabei sein.

Miroslav Klose zählt in dieser Rechnung übrigens nicht, denn bei ihm spielt Alter bekanntlich keine Rolle. Respektlose Menschen fragten ihn, ob er denn nun aufhöre nach dieser WM. Klose antwortete, er müsse erst ein "paar Nächte darüber schlafen" und werde dann die richtige Entscheidung für sich treffen. Bundestrainer Joachim Löw erklärte: "Dem Miro ist alles zuzutrauen, vielleicht spielt er ja noch vier Jahre." Dann stünde zwar in seinem Pass, dass er bereits 40 Jahre alt sei. Für zwei Tore in der Gruppenphase sollte es dennoch reichen. Er muss seinen WM-Torrekord schließlich gegen Thomas Müller verteidigen, bei dem Alter ebenfalls nie eine Rolle spielen wird.

Niersbach erklärte zudem, dass sich der DFB keinen neuen Bundestrainer suchen muss. Auch wenn sich der aktuelle nun Weltmeister nennen kann. Joachim Löw werde weitermachen bis 2016, der Vertrag werde erfüllt, sagte der Präsident. Auch Nationalmannschaftsmanager Oliver Bierhoff erklärte: "Wie ich Jogi die ganzen Tage gesehen habe, überhaupt die ganzen Wochen, gehe ich davon aus, dass wir weitermachen."

Das Trainerteam verliert allerdings Hansi Flick. Der Assistent wechselt auf den Posten des Sportdirektors. Das weiß Löw seit einiger Zeit, er muss sich nun einen neuen suchen. Spekulationen, wer das sein könnte, sprießen in den Weltmeister-Himmel. Doch fundierte Nachrichten sind darüber nicht bekannt. Es sollte auf jeden Fall jemand sein, der Ahnung von der Ausführung guter Standardsituationen hat. Allein mit dieser Qualität hat sich Flick seinen Anteil am deutschen WM-Sieg gesichert. Einige Partien entschieden die Deutschen mit dem so einfach aussehenden Flanke-Tor-Prinzip. Fast auch das Finale, als Benedikt Höwedes völlig freistehend den Ball an den Pfosten köpfte.

Bis zu all diesen Überlegungen muss die DFB-Gruppe noch die nähere Zukunft meistern. Die Weltmeister präsentieren in Berlin den Pokal in einem offenen Truck der Menge. Auf einem 30 Meter langen Laufsteg geht es durch die Fans am Brandenburger Tor. Sanitäter stehen bereit, falls Bastian Schweinsteiger auf halbem Wege Krämpfe bekommt.

Niersbach verband mit einer Erinnerung an 1990 noch einen Wunsch für den deutschen Fußball. Damals seien bald darauf 100 000 Kinder neu in die Vereine geströmt, "wenn wir das wieder schaffen sollten, wäre das toll", sagte er. Die anderen Sportarten dürften sich darüber weniger freuen. Aber das kann einem Präsidenten des DFB auch egal sein.

© SZ.de/dd

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite