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Zukunft des DFB:Gefährliches "Unschlagbar"-Siegel

Germany v Argentina: 2014 FIFA World Cup Brazil Final

Bis sein Nachwuchs WM-Tore schießt, könnte er noch ein paar Jahre dranhängen: Miroslav Klose.

(Foto: Jamie Squire/Getty Images)

Nach dem WM-Triumph wird der Fußball-Nationalmannschaft eine glorreiche Zukunft prophezeit. Die Älteren - auch Klose - könnten weiterspielen, Talente stehen bereit und Trainer Löw wird wahrscheinlich bleiben. Dennoch steht ein Umbruch an.

Lissabon beachtete die deutschen Weltmeister höchstens nebenbei. Nur 12 000 Zuschauer seien gekommen an diesem 29. August 1990, erinnert sich Wolfgang Niersbach. Er war damals Pressesprecher der Nationalmannschaft und musste das Dilemma moderieren. Wie konnte der Deutsche Fußball-Bund nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft nur dieses Testspiel vereinbaren? Portugal gegen Deutschland, ein nichtssagender Test an der Peripherie Europas. Berti Vogts durfte sich erstmals Bundestrainer nennen, Lothar Matthäus schoss das 1:0, und ein gewisser Rui Aquas glich aus. "Stimmung haben nur ein paar Marinesoldaten gemacht, die zufällig da waren", erzählte Niersbach.

Als heutigem Präsidenten des DFB durfte Niersbach so ein Missgeschick nicht passieren - und es ist ihm nicht passiert. Anfang September wird sich die deutsche Weltmeister-Mannschaft von 2014 zum ersten Wiedersehen treffen und ein Freundschaftsspiel austragen. Das Treffen ist längst vereinbart. In Düsseldorf. Gegen Argentinien. Die Wiederholung des Endspiels von Rio, mehr geht nicht.

Die Frage, wie es mit einer Mannschaft weitergeht, nachdem sie den Gipfel aller Gipfel erreicht hat, beschäftigt stets die Fußballwelt. Nach dem Titel 1954 wurden die Helden von Bern derart verehrt, dass einige den Boden unter den Füßen verloren haben. 1974 erklärten sogar recht junge Spieler wie Gerd Müller oder Paul Breitner spontan ihren Rücktritt vom DFB. Aus dem Jahr 1990 blieb vor allem der Hobby-Prophet Franz Beckenbauer in Erinnerung, der glaubte: Durch die Zusammenführung der West-Weltmeister und der Ost-Kicker werde der deutsche Fußball "auf Jahre hinaus unschlagbar sein". Sein Nachfolger Vogts dürfte ihn für diesen Satz verflucht haben. Er musste erkennen, dass dem keineswegs so war.

Angesprochen, ob die DFB-Elf nun die Spanier nachahmen wolle, die nach dem WM-Titel 2010 auch die Europameisterschaft 2012 gewannen (übrigens auch schon die EM 2008), wagte sich Niersbach im Keller des Estádio do Maracanã an das Unwort der DFB-Historie heran. "Jetzt sind wir fast schon wieder bei dem gefährlichen Wort 'unschlagbar'", sagte er und wich sogleich einen großen Schritt zurück. Damit wollte er nun wirklich nichts zu tun haben. Obgleich er anschließend ausführte, warum die Nationalmannschaft auch in Zukunft nicht von vielen Gegner besiegt werden dürfte. "Was uns zuversichtlich stimmt, ist, dass einige nachrücken", erklärte der DFB-Präsident.

Der verletzte Marco Reus zum Beispiel, dem die Mitspieler noch aus der Kabine heraus einen Gruß schickten, indem sie ein Bild mit seinem Trikot aufnahmen. Sven und Lars Bender, İlkay Gündoğan, Marcel Schmelzer oder Mario Gomez fehlten ebenfalls in Brasilien wegen Blessuren. Talente wie Robin Knoche aus Wolfsburg, Serge Gnabry vom FC Arsenal oder Julian Brandt von Bayer Leverkusen eignen sich gerade die Wettkampfhärte des Profibetriebs an.

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