Wolfsburgs Kevin De Bruyne:Platz für Verschwörungstheorien

Kevin De Bruyne

Seit Monaten wird Kevin De Bruyne mit diversen europäischen Top-Klubs in Verbindung gebracht, und klare Bekenntnisse des Belgiers gibt es nicht.

(Foto: dpa)
  • An diesem Samstag trifft der VfL Wolfsburg im Supercup-Finale auf den FC Bayern München.
  • Kevin De Bruyne fällt für das Spiel möglicherweise aus: Er hat sich im Training verletzt.
  • Nach wie vor ist offen, ob der Belgier in Wolfsburg bleibt. Spekulationen über einen Wechsel befeuert er selbst.

Von Javier Cáceres, Ehra-Lessien

Der Tag auf dem Testgelände Ehra-Lessien war fast gelaufen, die "autofahrerischen Grenzerfahrungen" nahezu vergessen, als das Blut doch noch mal erkennbar durch den Kopf von Kevin De Bruyne pumpte. ". . . und dann hoffen wir natürlich, euch auch im kommenden Jahr wiederzusehen", charmierte die Dame, die den Vertretern des VfL Wolfsburg - und damit auch De Bruyne, dem belgischen Nationalspieler - eine überaus freundliche Gastgeberin gewesen war beim gemeinsamen Fahrsicherheitstraining. "Nächstes Jahr" - das ist eine Zeitangabe, die bei De Bruyne im Moment nachgerade körperliche Reaktionen auslöst.

Als er sie diesmal hörte, schien sein Kopf zu erröten, spielte er nervös mit den Händen. Seit Monaten wird er nahezu täglich mit der Frage konfrontiert, was denn nun sei im kommenden Jahr. Und nun stellt sich überdies die Frage, ob das Thema auch auf den Rücken ausstrahlt.

Auch Gegner Bayern würde De Bruyne gerne bei sich sehen

Am Donnerstag musste Kevin De Bruyne in Wolfsburg das Training abbrechen: Zwei Tage vor dem Supercup-Finale gegen den Deutschen Meister FC Bayern München (20.30 Uhr/ZDF) bewertete Wolfsburgs Trainer Dieter Hecking die Chancen auf ein Mitwirken des Mittelfeldspielers am Samstag eher skeptisch. "So, wie er sich gerade bewegt hat, macht es wenig Sinn", erklärte der Coach; De Bruyne selbst wurde nach Braunschweig zu einer ärztlichen Untersuchung gefahren. Weil er aber bereits am Mittwoch hatte erkennen lassen, dass der Rücken zwickt, galt in Wolfsburg als ausgeschlossen, dass die Unpässlichkeit De Bruynes Anlass für Verschwörungstheorien bieten könnte.

Verschwörungstheorien? Nun ja: Auch Supercup-Gegner FC Bayern ist schließlich unter den Klubs, die De Bruyne gerne in ihren Reihen sehen würden. Vielleicht auch schon früher als nächstes Jahr.

Nachvollziehbar ist das allemal. In der vergangenen Spielzeit war De Bruyne, 24, die dominanteste Figur der Bundesliga. Für Wolfsburg erzielte er 16 Pflichtspieltore und bereitete jede Menge weitere vor, er führte den Verein zum Pokalsieg und zur direkten Champions-League-Qualifikation. Seit Monaten wird er nun mit Europas Top-Klubs in Verbindung gebracht, zuletzt war von abstrusen Offerten des englischen Premier-League-Klubs Manchester City die Rede. De Bruyne wiederum hat die Spekulationen durchaus befeuert - mit Äußerungen, die sich mal unbeholfen, mal kryptisch, mal ehrlich ausnahmen.

Ob er nun bleibe, wurde De Bruyne dieser Tage wieder gefragt, und er sagte einerseits, dass "das davon abhängt, was passiert zwischen den Klubs". Er sagte aber auch, dass die Kriterien für einen Wechsel ("alle Faktoren müssen stimmen") nicht erfüllt seien. De Bruynes Vertrag läuft bis 2019, und Wolfsburgs Manager Klaus Allofs beteuert, dass kein Angebot für ihn auf dem Tisch liege. Erst recht keins, bei dem man überlegen müsse, ob man es aus wirtschaftlichen Erwägungen annimmt: "Wir sind in der glücklichen Lage, nicht gezwungen zu sein, einen Spieler abzugeben."

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