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US Open:Wahre Mutterfreuden

Die nach einer 27-monatigen Babypause auf die Tennistour zurückgekehrte Kim Clijsters erreicht das Halbfinale der US Open; Novak Djokovic fordert John McEnroe.

Die Comeback-Geschichte von Kim Clijsters bei den US Open ist um ein Kapitel reicher: Die 26-jährige Belgierin erreichte durch ein 6:2, 6:4 gegen die an Position 18 gesetzte Li Na (China) das Halbfinale von Flushing Meadows. Die letzte von insgesamt nur zwei Müttern, die je ein Grand-Slam-Turnier gewannen, war 1980 in Wimbledon Evonne Goolagong (Australien). "Ich bin einfach nur glücklich, wie gut es schon wieder läuft. Es ist erstaunlich und macht großen Spaß", sagte Clijsters.

"Es gibt ein Leben neben dem Tennis" - Kim Clijsters.

(Foto: Foto: AFP)

Für die nach einer 27-monatigen Pause erst vor vier Wochen auf die Tour zurückgekehrte Clijsters ist es das erste Grand-Slam-Halbfinale seit den Australian Open 2007 - und wird dafür in New York stürmisch als "Comeback-Mutti" gefeiert. "Sie ist eine nette Person, der ich das Beste wünsche - nur nicht im nächsten Match", sagt ihre Halbfinalgegnerin und Titelverteidigerin Serena Williams, die sich gegen die Italienerin Flavia Pennetta mit 6:4 und 6:3 durchsetzte.

"Ich bin zurückgekommen, um wieder Tennis zu spielen. Und nicht, um von den Leuten gefeiert zu werden", sagte die einstige Weltranglistenerste Clijsters, für die sich nach der Geburt ihrer Tochter Jada im Februar 2008 die Prioritäten verschoben haben: "Es gibt ein Leben neben dem Tennis. Meinem Mann und meiner Tochter ist es egal, ob ich verloren oder gewonnen habe. Und das ist ein schönes Gefühl."

Hinter Clijsters liegen auch schwere Tage. Am 4. Januar 2009 war ihr Vater Leo einem langen Krebsleiden erlegen. Seine Tochter hatte ihm mit der Geburt seines Enkelkindes im Jahr zuvor noch einen letzten Herzenswunsch erfüllen können. Leo Clijsters hatte bei der Fußball-WM 1986 in Mexiko mit der belgischen Nationalmannschaft im Halbfinale gestanden.

Party mit Djokovic

Derweil gelang dem Aufschlagriesen Marin Cilic eine faustdicke Überraschung: Der 20-jährige Kroate besiegte den letztjährigen Finalisten Andy Murray (Großbritannien) mit 7:5, 6:2, 6:2 und zog zum ersten Mal in seiner Karriere in das Viertelfinale eines Grand-Slam-Turniers ein. Der knapp zwei Meter große Cilic trifft jetzt auf den Argentinier Juan Martin del Potro, der Juan Carlos Ferrero (Spanien) mit 6:3, 6:3, 6:3 ausschaltete.

Der Weltranglistenvierte Novak Djokovic indes hatte am "Labor Day"-Feiertag für eine besondere Partyeinlage gesorgt und seine Versöhnung mit dem New Yorker Publikum endgültig vollzogen. Nach seinem klaren 6:1, 6:3, 6:3 im Achtelfinale gegen Radek Stepanek (Tschechien) bat der Serbe um Mitternacht den als TV-Kommentator arbeitenden John McEnroe zu einem kleinen Spaßmatch auf den Court.

Der Altmeister nahm die Einladung vor 22.000 Zuschauern im größten Tennis-Stadion der Welt an, kletterte die Ränge von seiner Medien-Kabine herab und schlug in weißem Edelhemd und beiger Hose ein paar Bälle mit Djokovic. "Es war eine spontane Idee von mir. Es war sicher nicht einfach für John, in seinen Klamotten zu spielen. Aber es hat unglaublich Spaß gemacht", sagte Djokovic, der im letzten Jahr zum Buhmann der US-Tennis-Fans geworden war. Damals hatte Djokovic Publikumsliebling Andy Roddick (USA) als Simulant bezeichnet.

Auch Rafael Nadal hat trotz eines Fehlstarts das Viertelfinale der US Open erreicht. Der Spanier verlor am Dienstagabend (Ortszeit) zwar den ersten Satz gegen den starken Franzosen Gael Monfils, setzte sich dann aber souverän mit 6:7 (3:7), 6:3, 6:1, 6:3 durch. In der Runde der besten Acht bekommt es der Weltranglisten-Dritte mit Fernando Gonzalez zu tun. Der Chilene gewann gegen Jo-Wilfried Tsonga aus Frankreich mit 3:6, 6:3, 7:6 (7:3), 6:4.

© sueddeutsche.de/sid/dop

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