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US Open:Marathon in New York

Tennis: US Open

Roger Federer spielte zweimal fünf Sätze.

(Foto: dpa)
  • Die ersten Tage der US Open sind geprägt von langen Tennis-Matches.
  • Das Spiel Shelby Rogers gegen Daria Gavrilova war die längste Frauenpartie in der Geschichte der US Open.
  • Auch Roger Federer muss in den ersten zwei Runden jeweils ein Fünf-Satz-Match bestreiten.

Drei Stunden und dreiunddreißig Minuten. So lange spielten Shelby Rogers (USA) und Daria Gavrilova (Australien) am Donnerstagnachmittag auf Platz zehn der Tennisanlage in Flushing Meadows gegeneinander. Rogers lief dabei 2736 Meter und gewann 132 Ballwechsel. Gavrilova war 3031 Meter unterwegs und entschied 133 Punkte für sich. Am Ende stand es 7:6(8), 4:6, 7:6(7) für Rogers. Es war die längste Frauenpartie in der Geschichte der US Open. Den Rekord hielten bislang Samantha Stosur gegen Nadia Petrova. Die Australierin Stosur gewann vor sechs Jahren mit 7:6(5), 6:7(5), 7:5 gegen die Russin Petrova - in drei Stunden und sechzehn Minuten.

Die Verantwortlichen verkünden ja gerne Rekorde bei diesem Tennisturnier in New York. Etwa jenen, dass Roger Federer zum ersten Mal in seiner Karriere bei einem Grand-Slam-Turnier in den ersten beiden Runden jeweils fünf Sätze spielen musste. Oder jenen, dass am Eröffnungstag so viele Zuschauer (61 839) wie noch nie zuvor gekommen sind. Und nun eben diesen mit der längsten Frauenpartie in der Geschichte des Turniers.

Dreieinhalb Stunden, das ist natürlich eine lange Zeit, gerade heutzutage, wo jede Nachricht höchstens 140 Zeilen sein darf und die durch unseröse Menschen errechnete Aufmerksamkeitsspanne eines Millennials bei durchschnittlich 17 Sekunden liegt. Roger Federer hat übrigens für seine Partie gegen Mikhail Youzhny drei Stunden und acht Minuten benötigt - und weil ja auch sein erstes Match fünf Sätze dauerte, stand er bei diesem Tunier bislang insgesamt fünf Stunden und 35 Minuten auf dem Platz. In Millennial-Zeit sind das dreieinhalb Ewigkeiten, aber natürlich kein Vergleich mit den wahren Rekordspielern der ersten beiden Runden.

Der Rekord liegt in Wimbledon

Mischa Zverev etwa stand bei seinen beiden Partien (gegen Thai-Son Kwiatkowski und Benoit Paire) insgesamt sechs Stunden und 18 Minuten auf dem Platz, er trifft am Freitagabend im Arthur Ashe Stadium auf John Isner. Die beiden haben in diesem Jahr bei den Australian Open gegeneinander gespielt. Ergebnis: 6:7(4), 6:7(4), 6:4, 7:6(7), 9:7 für Zverev. Spieldauer: vier Stunden und zehn Minuten. Das könnte also ein bisschen dauern. Isner kommt bislang bei den US Open auf schlanke vier Stunden und zehn Minuten.

Der Marathon-Mann der ersten beiden Runden allerdings ist Albert Ramos-Vinolas. Er gewann zunächst in vier Stunden und 44 Minuten mit 4:6, 7:6(4), 7:5, 6:7(3) 7:5 gegen Denis Istomin, dann verlor er in drei Stunden und 27 Minuten mit 6:4, 4:6, 6:4, 3:6, 0:6 gegen Nicolas Mahut. Insgesamt acht Stunden und elf Minuten also - aber auch der Franzose, der übrigens vor dem Hauptfeld die Qualifikation absolvieren musste, kommt vor seiner Drittrunden-Partie am Freitag bereits auf sechs Stunden und 49 Minuten.

Den Rekord für das längste Profimatch bei den Herren halten freilich noch immer Isner und Mahut. Sie spielten 2010 in Wimbledon über drei Tage insgesamt elf Stunden und fünf Minuten gegeneinander, dann hatte Isner mit 6:4, 3:6, 6:7(7), 7:6(3), 70:68 gewonnen. Mahut und Isner sind, wie bereits erwähnt, noch immer dabei, sie könnten frühestens im Halbfinale gegeneinander spielen. Es gibt aber keine Endlos-Gefahr, auch wenn sie gerne Rekorde verkünden bei den US Open: Der fünfte Satz wird hier im Tie Break entschieden.

© SZ.de/schm/lala
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