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Transfer von Leon Goretzka:Klagen über die Dominanz der Münchner

Dass ein Verein in dieser Masse Spieler von direkten Liga-Konkurrenten holt, ist einmalig in Europa. In Spanien gibt es einen Dualismus von Real und Barcelona (der sogar mal von Atlético Madrid durchbrochen wird), in England rangeln sechs Vereine (und manchmal Leicester City) um den Titel und um Spieler. Dort, wo sich die Topklubs auch mal bei der Konkurrenz bedienen können (Paris Saint-Germain in Frankreich und Juventus Turin in Italien), herrscht der gleiche Monotheismus wie in der Bundesliga.

Die Bayern befeuern einen Prozess, den sie selbst beklagen

Das Problem ist nun an unterschiedlichster Stelle bereits benannt worden. Christian Seifert, Chef der Deutschen Fußball Liga (DFL) und damit wohl der, der am ehesten für "die Bundesliga" sprechen kann, beklagte in seiner Neujahransprache die Dominanz der Münchner. Für einen attraktiven Wettbewerb bräuchte es eine "intakte Spitze mit mehreren Klubs". Selbst Rummenigge hat das Problem schon angesprochen: "Das ist ein Prozess in ganz Europa, der mir Sorgen macht. Fußball ist Emotion. Wenn ein Klub zu weit von den Tabellenplätzen zwei, drei, vier, fünf entfernt ist, leidet die Emotion", sagte er auf einer Pressekonferenz im Januar.

Mit dem Transfer von Leon Goretzka befeuern die Bayern den Prozess, den sie an anderer Stelle selbst beklagen. Das muss - entgegen der populistischen Meinung unter vielen Fußball-Fans - kein Widerspruch sein. Das Dilemma, auf europäischer Ebene irgendwie mithalten zu wollen und gleichzeitig der Liga weiter zu entrücken, ist kaum aufzulösen.

Es aber als Dienst an der Liga zu verkaufen, den Wettbewerb noch weiter zu eliminieren - das ist eine sehr spezielle Interpretation der Dinge. Der FC Bayern handelt beim Transfer von Leon Goretzka ausschließlich egoistisch. Das ist nicht verwerflich. Verwerflich ist es aber, etwas anderes zu behaupten.

Bundesliga Diesmal schlägt der FC Bayern zu

Transfer von Leon Goretzka

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Die Münchner holen Leon Goretzka auch, damit ihn die internationale Konkurrenz nicht bekommt. Der Verein hat aus seinen Fehlern bei den Spielern Kroos und De Bruyne gelernt.   Von Benedikt Warmbrunn