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Topnews:Pleite für Serbien - Antic: "Nicht unzufrieden"

Klagenfurt (dpa) - Trainer Radomir Antic hielt sich nach der peinlichen Pleite gegen Neuseeland mit Kritik zurück, doch Top-Star Nemanja Vidic sieht den deutschen Gruppengegner Serbien noch lange nicht in WM-Form.

"Erschöpfung von der anstrengenden Saison kann keine Ausrede für diese Niederlage sein. Wir müssen noch viel arbeiten", sagte der 28 Jahre alte Fußball-Profi von Manchester United in Klagenfurt nach dem 0:1 der "Weißen Adler".

"Die Adler sind beim ersten Test nicht gerade geflogen", schrieb die Zeitung "Blic" und ergänzte: "Wenn es etwas Gutes an dieser Niederlage gibt, dann die Tatsache, dass sie am Beginn der Vorbereitungen steht und Trainer Antic genügend Zeit hat, die Fehler auszubessern." Von einer "rechtzeitigen Ermahnung" zwei Wochen vor Beginn der Weltmeisterschaft in Südafrika schrieb "Novosti".

Im Wörthersee-Stadion hatte der Ozeanien-Meister vor 14 000 Zuschauern die ersatzgeschwächten Serben dank einer unorthodoxen, aber effizienten Taktik zum Verzweifeln gebracht. Mit einem 3-4-3- System, das sich bei Ballbesitz des Gegners in ein 5-4-1 verwandelte, ließen die diesmal ganz in Schwarz angetretenen "All Whites" Serbien keine Räume. Allerdings fehlten dem DFB-Gegner Stars wie Branislav Ivanovic (FC Chelsea), Kapitän Dejan Stankovic (Inter Mailand), Milan Jovanovic (Standard Lüttich) und Miloss Krasic (ZSKA Moskau).

"Ich bin nicht unzufrieden mit meiner B-Auswahl. Die Mannschaft hat aber nicht frisch gewirkt, weil wir viel trainiert hatten. Da mir vier Stammspieler gefehlt haben, konnte ich auch keine richtigen Schlüsse ziehen", sagte Antic. "Das waren nicht wir, die da gespielt haben", formulierte auch die Zeitung "Press" am Tag nach der Pleite.

Für Serbien stehen vor dem Beginn der Weltmeisterschaft in Südafrika am 11. Juni noch zwei Testspiele gegen Polen und Kamerun auf dem Programm. Am 18. Juni treffen die Serben in der Vorrunde in Port Elizabeth auf Deutschland. Weitere Vorrundengegner in Gruppe D sind Australien und Ghana.

Gegen Neuseeland standen in Neven Subotic (Borussia Dortmund), Zdravko Kuzmanovic (VfB Stuttgart) und Zoran Tosic (1. FC Köln) drei Bundesliga-Profis in der Startelf. Subotic hatte in der 38. Minute die beste Chance, als er aus zwei Metern per Kopf das Tor verfehlte.

Zuvor hatte der in Göppingen geborene Stürmer Shane Smeltz die Fußball-Exoten in Führung gebracht (22. Minute) - es blieb der einzige Treffer bis zum Schlusspfiff. "Es ist großartig, gegen eine Nation wie Serbien zu gewinnen, die manche für einen Geheimfavoriten halten", sagte Smeltz. Unschöne Szenen gab es kurz vor dem Ende der Partie: Im serbischen Block wurden Feuerwerkskörper gezündet, eine Flasche flog aufs Feld. Einige Anhänger stürmten auf den Platz. Kapitän Vidic und seine Kollegen schafften es, die Fans abzuhalten und die Lage wieder unter Kontrolle zu bringen.