Fans

Die allerbeste Zeit, was die Fans betrifft, ist leider schon vorbei, zumindest die lauteste und wildeste. In den Achtziger- und Neunzigerjahren reisten Horden von Schweden an, um die Erfolge von Stefan Edberg, Mats Wilander, Mikael Pernfors und Joakim Nyström zu feiern. Wilander kreierte damals das berühmte Handzeichen namens "Vicht". Wenn er einen Punkt gewann, winkelte er die Hand ab den Köcheln ab und streckte sie im 90-Grad-Winkel mit den Fingerspitzen sich entgegen. Die schwedischen Fans machten auf den Tribünen eine Stimmung wie in englischen Fußballstadien und tranken gerne ein, zwei oder eher mehr der leckeren Biere. Seitdem den Skandinaviern die Topspieler ausgegangen sind, fallen ihre Landsleute indes nicht mehr in Horden ein.

Schade ist das, aber nicht schlimm. Inzwischen springen andere Fanlager ein, unzählige Splittergruppen, je nach Nationalität, machen fröhlichen Lärm. So kann es schon mal sein, dass ein Match zwischen einem Italiener und einem Polen auf einem der hinteren Plätze die Gemüter auf den Zuschauerrängen mehr erhitzt als ein Spitzenduell in einer der drei Arenen. Großartig sind natürlich stets die kurzen Lieder, die die Australier zum Besten geben. Und in Sachen Verkleidung macht den Einheimischen keiner etwas vor, beliebt sind sämtliche Tierklassiker des Landes. Ja, auch der Mensch gewordene Wombat wurde hier schon gesichtet. Das Klassikerkostüm aber ist weltweit seit Jahren das McEnroe-Outift - Lockenperücke, Stirnband, Holzschläger, fertig.

Bild: DPA 17. Januar 2016, 15:362016-01-17 15:36:18 © SZ/fued