Sport kompakt Ribéry in Quarantäne

Bayern-Spieler trainiert isoliert, weil seine Frau Schweinegrippe hat. Schiedsrichter aus Irland-Partie beklagt "Erniedrigungen", Spanien droht neuer Dopingskandal.

Von Sport kompakt

Fußball-Rekordmeister FC Bayern München muss im wichtigen Gruppenspiel der Champions League am Mittwoch gegen den israelischen Meister Maccabi Haifa (20.45 Uhr/live bei Sat.1 und Sky) auf Angreifer Luca Toni und aller Voraussicht nach auch auf Offensivspieler Arjen Robben verzichten. Zudem fehlt den Münchnern erwartungsgemäß weiterhin Superstar Franck Ribery. Dagegen besteht beim angeschlagenen Hamit Altintop noch Hoffnung auf einen Einsatz.Toni habe sich wegen seiner Leistenzerrung, die den Italiener bereits für das Bundesliga-Spiel am Sonntag gegen Bayer Leverkusen (1:1) außer Gefecht gesetzt hatte, "abgemeldet", sagte Trainer Louis van Gaal am Dienstag. Robben, den nach wie vor eine Knieverletzung plagt, werde "wahrscheinlich auch nicht spielen", ergänzte der nach den zuletzt dürftigen Ergebnissen stark unter Druck geratene Coach. Ribery habe "zuletzt sehr hart und sehr gut trainiert", meinte van Gaal, jedoch habe sich Riberys Ehefrau Wahiba mit dem Schweinegrippe-Virus infiziert. "Deshalb ist Franck in Quarantäne und kann im Moment nur individuell trainieren". Bei Altintop, der gegen Leverkusen wegen muskulärer Problemen passen musste, hofft van Gaal, "dass er wieder fit ist". Sicher im Kader steht der wiedergenesene Stürmer Ivica Olic, wenngleich er laut van Gaal "noch keine Alternative über 90 Minuten" ist. ________________________________________________________________

Franck Ribèry muss im Moment alleine trainieren.

(Foto: Foto: dpa)

Die spanische Polizei hat ein Dopingnetz aufgedeckt und rund ein Dutzend Verdächtige festgenommen. Unter ihnen seien mehrere Ärzte und Apotheker, die verbotene Mittel wie Epo und Wachstumshormone an Sportler verabreicht hätten, teilten die Behörden am Dienstagabend in Madrid mit. In den Skandal soll auch der spanische Leichtathlet Francisco Javier Fernández verwickelt sein. Der 32-Jährige ist zweifacher Europameister im 20-Kilometer-Gehen und hatte bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen die Silbermedaille gewonnen. Fernández, der selbst nicht festgenommen wurde, wies die Vorwürfe in einer Erklärung zurück. Das Netz soll in Barcelona, Valencia, Murcia und Granada aktiv gewesen sein. Zu den Festgenommenen zählt nach Medienberichten auch ein peruanischer Sportarzt, der früher für den Radrennstall Kelme tätig gewesen sein soll. ________________________________________________________________

Titelverteidiger Novak Djokovic ist mit einem hart erkämpften Sieg gegen Nikolai Dawidenko in die Tennis-Weltmeisterschaft gestartet. Der Weltranglisten-Dritte aus Serbien musste allerdings eine Nachtschicht einlegen, ehe er den Dauerläufer aus Russland am Montag in London kurz vor Mitternacht (Ortszeit) mit 3:6, 6:4, 7:5 niedergerungen hatte. Erst im dritten Durchgang hatte der 22-Jährige Djokovic seinen Rhythmus gefunden und feierte im fünften Vergleich seinen dritten Sieg. Im anderen Spiel der Gruppe B hatte sich Robin Söderling am Nachmittag überraschend mit 6:4, 6:4 gegen den an Nummer zwei gesetzten Spanier Rafael Nadal durchgesetzt. Der Schwede rangiert auf Platz eins vor dem punktgleichen Djokovic. ________________________________________________________________

Nach dem mit der Hand vorbereiteten Tor zu Frankreichs WM-Teilnahme hat der umstrittene Schiedsrichter Martin Hansson zeitweilig ans Aufhören gedacht. "Zuerst habe ich gedacht: Ist dieser Job wirklich all die Erniedrigungen wert, die ich mir danach anhören musste?" begründete der schwedische Fußball-Referee am Dienstag seine Überlegungen zu einem Karrierenende in der Zeitung Sydöstran. Inzwischen aber hat er sich anders entschieden: Im Dezember soll Hansson ein Spiel der Champions League pfeifen. Beim entscheidenden Qualifikationsspiel der Franzosen gegen Irland in Paris hatte der Schwede nicht gesehen, dass Thierry Henry den Ball mit der Hand mitgenommen hatte, ehe er ihn zum Torschützen William Gallas passte. Mit dem dabei erzielten 1:1 und ihrem 1:0-Sieg aus dem Hinspiel in Dublin war Frankreich für die WM in Südafrika qualifiziert. Nach der weltweiten Kritik hatte auch Henry kurzzeitig über ein Ende seiner internationalen Laufbahn nachgedacht. Hansson meinte über die empörten Reaktionen danach: "Es kann doch nicht angehen, dass meine alten Eltern von Leuten aufgesucht werden, damit sie Stellung beziehen." Der gelernte Feuerwehrmann will aber doch weiter Profi-Schiedsrichter bleiben: "Sehr geholfen haben wir viele Reaktionen von Spielern und Fußballfunktionären." ________________________________________________________________

Zlatko Dedic vom Fußball-Bundesligisten VfL Bochum ist am Schweinegrippe-Virus H1N1 erkrankt. Das teilte der Club am Dienstag mit. Der slowenische Angreifer hatte die Partie beim Hamburger SV (1:0) am Sonntag wegen starken Fiebers verpasst und liegt derzeit zur Beobachtung im Krankenhaus. Zu Beginn der kommenden Woche wird der 25-Jährige voraussichtlich wieder ins Training einsteigen. VfL-Mannschaftsarzt Karl-Heinz Bauer geht davon aus, dass sich Dedic bei der Reise mit der slowenischen Nationalmannschaft in der vergangenen Woche angesteckt hat. "Glücklicherweise haben wir die Symptome sehr früh erkannt. Es wurden umgehend Vorsichtsmaßnahmen getroffen, so dass eine Ansteckung anderer Spieler unwahrscheinlich ist. Zumal sich die meisten mittlerweile gegen das H1N1-Virus haben impfen lassen", sagte Bauer. Bei der Impfung war Dedic mit dem Nationalteam unterwegs gewesen.

Auch dank eines Treffers von Marco Sturm haben die Boston Bruins in der nordamerikanischen Eishockey-Profiliga NHL ihre Serie auf drei Siege in Folge ausgebaut. Bei den St. Louis Blues setzte der Nationalstürmer im Schlussdrittel in Unterzahl den Schlusspunkt zum 4:2-Endstand. Es war Sturms sechstes Saisontor. Zuvor hatten Mark Recchi, Blake Wheeler und Milan Lucic die Bruins dreimal in Front geschossen, die Gastgeber durch Keith Tkachuk und Carlo Colaiacovo zweimal zurückgeschlagen. Noch besser in Schuss als die Bruins sind derzeit die Nashville Predators von Marcel Goc und Alexander Sulzer. Das 3:1 gegen Tabellennachbarn Detroit Red Wings bedeutete zugleich den sechsten Sieg hintereinander. Ein Doppelpack von Martin Erat und ein weiteres Tor durch Jason Arnott entschieden die Partie zugunsten des Teams aus Tennessee. Drew Miller hatte für die Red Wings zwischenzeitlich verkürzt. Goc stand 13 Minuten auf dem Eis, Sulzer kam dieses Mal nicht zum Einsatz. Die Erfolgsserie der Florida Panthers mit Dennis Seidenberg wurde derweil von Stanley-Cup-Sieger Pittsburgh Penguins gestoppt. Nach drei Siegen in Folge mussten sich die Panther zuhause nach Verlängerung 2:3 geschlagen geben, zogen immerhin in der Southeast Division der Eastern Conference mit 23 Punkten mit den drittplatzierten Atlanta Thrashers gleich. Florida hatte durch Treffer von Nathan Horton und Keith Ballard schon 2:0 geführt, ehe Pascal Dupuis und Mike Rupp die "Pens" im Schlussdrittel in die Verlängerung brachten. Dort sorgte Superstar Sidney Crosby nach 3:07 Minuten mit seinem elften Saisontor für die Entscheidung. Seidenberg stand knapp 20 Minuten auf dem Eis. ________________________________________________________________

High Noon für Claudia Pechstein: Angeblich gegen Mittag wird der Internationale Sportgerichtshof CAS am Mittwoch das Urteil im Dopingfall der erfolgreichsten deutschen Winterolympionikin fällen. 290 Tage nach ihrem letzten Wettkampf wird die fünfmalige Olympiasiegerin dann wissen, ob ihre ruhmreiche Karriere in Trümmern liegt oder ob sie weiter von der Teilnahme an den Olympischen Spielen in Vancouver träumen darf. Pechstein gibt sich weiter kämpferisch. "Seit der Verhandlung vor fast fünf Wochen hat sich an den Fakten nichts geändert. Und die sprechen eindeutig für mich", schrieb die Berlinerin auf ihrer Homepage (www.claudia-pechstein.de). Sie konnte eine gewisse Erleichterung nicht verbergen, dass das "Warten endlich ein Ende" hat. So oder so wird das juristische Gerangel weitergehen. Im Fall eines Schuldspruchs durch den CAS hat Pechstein bereits den Gang vor ein Zivilgericht angekündigt: "Ich werde kämpfen bis zum Letzten". Das Schweizer Bundesgericht in Lausanne und danach der Europäische Gerichthof für Menschenrechte in Straßburg wären ihre letzten Anlaufstellen. _______________________________________________________________

Mit einer drastischen Sperre von 20 Jahren ist der italienische Radprofi Gianni Da Ros für Dopinghandel bestraft worden. Das Nationale Olympische Komitee CONI sperrte den 20-Jährigen am Montag bis zum 22. November 2029. Da Ros war im März im Rahmen einer Razzia von den Carabinieri festgenommen worden. Er soll zwei Amateur-Fahrern Doping verabreicht und selbst unerlaubte Mittel konsumiert haben. Neben Da Ros sperrte das CONI auch Davide Lucato und Albino Corazzin wegen Dopings. Lucato darf acht Jahre lang keine Rennen mehr fahren, Corazzin kam mit einer Sperre von zwei Jahren davon.

FC Bayern: Einzelkritk

Kühlschränke zwischen Hasen