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Sport kompakt:Kießling mit der Ballack-Verletzung

Nationalstürmer erleidet Syndesmoseriss, der Bayern-Trainer warnt seine Spieler vor einem "sehr harten van Gaal", Edin Dzeko findet sich zu teuer. Sport kompakt

Fußball-Bundesligist Bayer Leverkusen muss lange auf Nationalstürmer Stefan Kießling verzichten. Der Torjäger zog sich am Sonntag beim 0:0 in der Partie gegen den 1. FC Nürnberg einen Riss des Syndesmosebands am linken Unterschenkel zu. Das erklärte Bayer-Sportchef Rudi Völler am Montag. Kießling ist nach Michael Ballack der zweite prominente Ausfall in der Mannschaft des Europa-League-Teilnehmers. Er hatte die Verletzung nach einem rüden Foul des Nürnbergers Andreas Wolf erlitten. Damit fällt der Torjäger, der in der vergangenen Saison mit 21 Treffern Platz zwei der Torschützenliste belegt hatte, auf jeden Fall für die beiden EM-Qualifikationsspiele gegen die Türkei (8. Oktober) und in Kasachstan (12. Oktober) aus.

Bayer 04 Leverkusen - 1. FC Nürnberg

Noch eine Hiobsbotschaft für Bayer Leverkusen: Stefan Kießling zog sich beim Spiel gegen den 1. FC Nürnberg einen Riss des Syndesmosebands zu.

(Foto: dpa)

Nach dem schlechtesten Saisonstart seit 33 Jahren wartet auf Bayern München eine Woche der Wahrheit - doch Trainer Louis van Gaal gab vor den Bundesligaspielen gegen das aktuelle Spitzenduo Hoffenheim und Mainz sowie der Champions-League-Partie in Basel nur die üblichen Durchhalteparolen aus. Obwohl der Druck auf den deutschen Fußball-Meister in der Liga bereits nach vier Spieltagen sehr groß ist, will der Niederländer auch weiterhin von einem Fehlstart oder gar einer Krise nichts wissen. "Ich mache niemandem Vorwürfe. Ich habe die Situation analysiert und kann nicht sagen, dass wir schlecht spielen. Wir spielen viel besser als letztes Jahr", sagte van Gaal und fügte an: "Ich mache alles, die Spieler machen alles, und sie wollen alle. Wenn sie nicht wollen, dann bin ich ein sehr harter van Gaal." Van Gaal will keinen zusätzlichen Druck aufbauen: "Das ist eine Kopfsache. Die Spieler wissen, was passiert, wenn wir so wenig Punkte holen. Da kommt Druck von außen, von den Medien, vom Vorstand. Das ist logisch, wir sind eine Spitzenmannschaft und müssen oben stehen."

Stürmerstar Edin Dzeko vom Fußball-Bundesligisten VfL Wolfsburg glaubt wegen seiner hohen Ablösesumme auch langfristig nicht an einen Wechsel. "Im Nachhinein kann man sagen, dass mein Preis, die 40 Millionen Euro, vielleicht zu hoch ist. Ich glaube einfach, dass das zu viel ist, egal für welchen Spieler. Die Vereine haben nicht mehr so viel Geld", sagte der bosnische Nationalspieler dem Kicker. In einer Ausstiegsklausel in Dzekos Vertrag ist die Ablösesumme festgeschrieben. Der Kapitän der Niedersachsen steht noch bis 2013 unter Vertrag, machte aber im Sommer keinen Hehl aus seinen Wechselabsichten. Dzeko will bei einem Spitzenklub unterkommen, der regelmäßig an der Champions League teilnimmt. Bisher war jedoch kein Klub bereit, die festgeschriebene Ablöse zu zahlen. Zumindest sportlich sieht er sich in der Bundesliga gut aufgehoben. "Für mich ist sie die stärkste Liga der Welt. Jede Saison kommen neue Stars. Das zeigt, wie die Bundesliga wächst", sagte der 24-Jährige. Zu seiner Zukunft in Deutschland meinte Dzeko: "Ich bin doch hier. Und bleibe auch noch mindestens ein Jahr."

Überraschung in der Handball-Bundesliga: Berlin schlägt Kiel. "Dieses Spiel war der Durchbruch für den Handball in Berlin, wir haben uns auf der Bundesligakarte festgesetzt", sagte der Kapitän der Füchse Berlin, Torsten Laen, nach dem überraschenden 26:23-Sieg über den Champions-League-Sieger THW Kiel. "Wir haben uns heute zu viele Fehler geleistet und ärgern uns über unsere eigene Leistung", meinte THW-Coach Alfred Gislason. Fehler hatte sich der Meister im Angriff geleistet, wo neben Filip Jicha (13/2 Tore) die Alternativen fehlten. Umso wichtiger wird in den kommenden Wochen Neuzugang Jerome Fernandez sein, der in seinem ersten Pflichtspiel für den THW zumindest die Abwehr unterstützen konnte. Wie der THW, so waren auch die Füchse vor dem Aufeinandertreffen mit vier Siegen in die Saison gestartet. Eine echte Standortbestimmung fehlte den Berlinern allerdings, die Auftaktspiele wurden ausschließlich über die Abwehr- und Torhüterleistung gewonnen. Trotz der Euphorie unter den 9000 Zuschauern in der ausverkauften Max-Schmeling-Halle bleiben die Berliner realistisch. "Die zwei Punkte gegen den THW Kiel waren sicherlich nicht eingeplant, aber es sind zwei wichtige Pluspunkte beim Ziel, uns im Vergleich zum Vorjahr zu steigern", sagte Geschäftsführer Bob Hanning, für den die Tabellenführung nur eine Momentaufnahme ist.

Europa ist Timo Boll nicht mehr genug. Der Tischtennis-König des Kontinents will sein Herrschaftsgebiet ausdehnen und endlich auch gegen Asiens Elite bestehen. Der Angriff auf die Weltmacht China ist bis Olympia 2012 in London mittelfristig geplant. "Ich bin heiß und motiviert auf weitere Erfolge. Dass die Chinesen zu schlagen sind, habe ich bereits gezeigt. Ich gebe nicht auf, bis mir das auch bei einem wichtigen Turnier gelingt. Dazu muss ich aber noch eine Schippe drauf legen", erklärte der mit 13 Titeln zum Rekord-Europameister Aufgestiegene nach seinem furiosen Kraftakt in Ostrau mit 22 Partien ohne Niederlage in neun Tagen. "Ich bin echt platt", gestand der 29 Jahre alte Linkshänder, der als erster Profi zum vierten Mal Einzel-Europameister wurde. Vor allem die 4:1-Siege gegen seine Teamkollegen Christian Süß im Halbfinale und Patrick Baum im Endspiel gingen an die Substanz - auch wenn sich das im nackten Ergebnis nicht widerspiegelt. "Da musste ich zweimal eine Topleistung abliefern", lobte Boll die starke Konkurrenz aus dem eigenen Lager.

Es hätte nicht viel gefehlt, und die Fußball-Welt hätte monatelang ohne die Künste des Weltfußballers Lionel Messi auskommen müssen. Der Argentinier wurde beim 2:1-Sieg seines Clubs FC Barcelona bei Atlético Madrid von Tomas Ujfalusi so brutal umgetreten, dass den TV-Zuschauern in ganz Spanien vor Schreck der Atem stockte. Der frühere HSV-Profi hatte dem besten Fußballer der Welt seine Stollen mit solcher Wucht gegen den rechten Knöchel gerammt, dass das Fußgelenk komplett umknickte. Messi wurde weinend auf einer Trage vom Platz gebracht. Am Montag gaben die Barça-Mannschaftsärzte Entwarnung: Messi hat sich keinen Knochenbruch zugezogen. Der Weltfußballer des Jahres 2009 habe eine Bänderdehnung erlitten und müsse wenigstens anderthalb Wochen pausieren. Die Bilder von dem brutalen Foul des Atlético-Verteidigers und dem lädierten Fußgelenk des Torjägers lösten in Spanien eine Welle der Empörung aus. Die Presse stellte den Tschechen Ujfalusi, der für seine Attacke die Rote Karte erhielt, als "Holzhacker" an den Pranger. "Das war ein Angriff auf die Kunst des schönen Fußballs", empörte sich das Fachblatt Sport. Das Konkurrenzblatt El Mundo Deportivo bezeichnete das Foul als "schlichtweg kriminell", und die Zeitung El Periódico meinte: "Messi wurde gejagt und erlegt."

Anhänger des FC Schalke 04 haben vor dem Revierderby gegen Borussia Dortmund fünf Polizisten durch Knallkörper verletzt. Beim Marsch zum Stadion am Sonntagnachmittag hatten Fans aus einer Gruppe heraus Beamte mit Böllern beworfen, teilte die Polizei am Montag in Gelsenkirchen mit. Ein Polizist habe ein Knalltrauma erlitten, zwei weitere mussten ebenfalls den Dienst beenden. Dortmunder Fans zündeten zur gleichen Zeit Knallkörper am Hauptbahnhof. Dabei wurde aber niemand verletzt. Die Polizei hat Ermittlungen eingeleitet. Zu Auseinandersetzungen zwischen den Fans beider Lager sei es dagegen weder vor noch nach dem Spiel gekommen. Schalke hatte beim 1:3 gegen den BVB die vierte Niederlage im vierten Saisonspiel erlitten.

Beim Fußball-Bundesligisten Werder Bremen müssen ab sofort alle Profifußballer einen Ethik-Kodex unterschreiben, in dem sie sich dazu verpflichten, respektvoll, fair und tolerant miteinander umzugehen. Dies teilten die Hanseaten am Montag mit. Die Vereinbarung ist Teil eines Gesamtkonzepts, bei dem auch alle übrigen Mitarbeiter und Sportler des Universalsportvereins vertraglich dazu angehalten werden, ihrer Vorbildfunktion gerecht zu werden. Bereits eingeführt wurde auch ein Fan-Kodex, in dem die Werder-Anhänger zum Kampf gegen Rassismus, Diskriminierung und Gewalt aufgerufen werden.

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