Sport kompakt FC Bayern contra Frankreich

Münchner lassen Franck Ribéry nicht zur WM-Anhörung nach Frankreich, Lahm legt im Kapitäns-Streit nach, unglaublich schlechter Tiger Woods, FC-Bayern-Basketball-Projekt wird immer stärker. Sport kompakt.

Der FC Bayern München geht auf Konfrontationskurs zum französischen Fußball-Verband. Der deutsche Rekordmeister wird Franck Ribéry nicht für die geplante Anhörung zu dem Trainingsstreik der "Equipe tricolore" bei der Weltmeisterschaft in Südafrika freistellen, teilte der Klub am Montag mit. Der Termin am 17. August in Paris gehöre nicht in den internationalen Fußballkalender, begründete der FC Bayern seine Ablehnung. "Es kann nicht sein, dass der französische Verband Franck Ribéry willkürlich aus seinen Verpflichtungen beim FC Bayern herausholt", sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge.

Küsschen an die Zuschauer: Franck Ribéry in München.

(Foto: ddp)

Doppel-Weltmeister Paul Biedermann hat seinen ersten Auftritt bei den Schwimm-Europameisterschaften in Budapest im Schongang absolviert. Der 24-Jährige aus Halle/Saale schaffte am Montagvormittag in 3:50,07 Minuten als Vorlaufdritter den Sprung ins Finale über 400 Meter Freistil. Doch als Favorit auf Gold sieht sich der Weltrekordhalter nicht. "Ziel ist es, unter die ersten Drei zu kommen, aber die Konkurrenz ist sehr stark", sagte Biedermann mit Blick auf den Endlauf (17.00 Uhr/ARD und Eurosport). Als zweiter Deutscher schaffte Clemens Rapp (Bad Saulgau) als Siebter im altehrwürdigen Hajos-Bad auf der Margareteninsel in der Donau den Sprung in den Endlauf. Biedermann wird am Abend 90 Minuten nach den 400 Metern auch in der 4x100-Meter-Freistilstaffel schwimmen. Über 100 Meter Brust zog der Essener Hendrik Feldwehr in 1:01,35 Minuten als Achter ins Halbfinale ein und qualifizierte sich gleichzeitig für die 4x100 Meter-Lagenstaffel. Marco Koch aus Darmstadt schied dagegen als 24. (1:01,95) aus. Kurzbahn-Weltrekordler Steffen Deibler buchte über 50 Meter Schmetterling in starken 23,56 Sekunden als Zweitschnellster das Halbfinal-Ticket. Die deutsche Meisterin Jenny Mensing aus Wiesbaden (2:11,89 Minuten) qualifizierte sich als Fünfte für das Semifinale über 200 Meter. Die 4x100 Meter-Freistilstaffel der Frauen mit Dorothea Brandt (Berlin), Silke Lippok (Pforzheim), Lisa Vitting (Essen) und Daniela Schreiber (Halle/Saale) schwamm in 3:39,97 Minuten als Schnellste ins Finale und darf sich wie 2006, als sie mit Steffen EM-Gold holte, Hoffnungen machen. Das Männer-Quartett, in dem Biedermann geschont wurde, kam in der Besetzung Markus Deibler (Hamburg), Christoph Fildebrandt (Wuppertal/Uerdingen/Dormagen), Steffen Deibler (Hamburg) und Stefan Herbst (Leipzig) in 3:16,78 Minuten als Fünfte weiter.

Bundestrainer Joachim Löw spielt auf Zeit, doch der Machtkampf zwischen Michael Ballack und Philipp Lahm sorgt auch vor dem ersten Länderspiel des Jahres weiter für Wirbel. WM-Kapitän Lahm geht im Streit nach wie vor auf Konfrontation. "Ich habe gesagt, dass ich gerne weiter Kapitän bleiben würde, weil mir das Amt sehr viel Spaß macht. Und daran hat sich nichts geändert", sagte der Münchner Lahm bei Sport1 vor der Partie am Mittwoch (20.30 Uhr/ZDF live) gegen Dänemark. Lahm und Ballack fehlen in Kopenhagen. Der 26 Jahre alte Abwehrspieler fand in Rekordnationalspieler Lothar Matthäus einen prominenten Fürsprecher. "Philipp Lahm hat einen tollen Job bei der Weltmeisterschaft gemacht, hat die Mannschaft auch hinter sich stehen. Bei Michael Ballack sehe ich das nicht so, dass jeder zu ihm steht", sagte Matthäus. Ballack hatte klargemacht, dass er sein Amt nicht freiwillig abgeben wird. "Ich gehe davon aus, dass ich Kapitän bleibe. Ich habe da auch nichts anderes gehört", sagte der 33-Jährige.

Der französische Nationalmannschaftskapitän Patrice Evra hat nach der peinlichen Vorstellung der Equipe Tricolore bei der Fußball-WM in Südafrika erstmals öffentlich Stellung genommen und Ex-Nationaltrainer Raymond Domenech sowie Lilian Thuram harsch kritisiert. "Nach jedem Training gab es Beschwerden bei mir wegen Domenechs schlechter taktischer Arbeit. Ich habe versucht, mit seinen Assistenten darüber zu sprechen - ohne Ergebnis", sagte Evra in einem Interview mit der Zeitung Le Figaro. Lilian Thuram hatte als Vorstandsmitglied des französischen Verbandes FFF Evras Verbannung gefordert. Evra antwortete, Thuram solle aufhören, eine Rolle zu spielen, die er nicht inne hätte, und zu behaupten, die Mannschaft schüre Rassismus. Der 29-Jährige räumte jedoch auch ein Fehlverhalten der Mannschaft ein: "Wir haben es versäumt, uns auf das Wesentliche zu konzentrieren. Die WM war eine Katastrophe. Es gab kein Kollektiv, kein Projekt." Es sei zudem "konsequent", dass keiner der 23 Spieler aus dem WM-Kader für das Testspiel in Norwegen (Mittwoch, 20.30 Uhr) nominiert worden sei. "Er sollte nicht mit Büchern über Sklaverei und einer Brille herumlaufen und sich für Malcolm X halten."

(Der französische Fußball-Nationalspieler Patrice Evra zu Lilian Thuram. Thuram hatte gefordert, dass Evra nach den Vorfällen bei der WM nie mehr für Frankreich spielen solle.)

Alex Cejka verpasste den größten Sieg seiner Karriere nur knapp, dagegen erlebte Tiger Woods eine der schwärzesten Stunden seiner Laufbahn. Woods landete in Akron/Ohio unglaubliche 30 Schläge hinter Sieger Hunter Mahan auf dem geteilten 78. Platz im 80-Mann-Feld. "Das war einfach enttäuschend. Ich muss den Ball besser treffen, besser chippen, besser putten und näher ans Loch kommen", sagte der 14-malige Major-Gewinner, der mit 298 Schlägen zudem das schlechteste Resultat seiner 14-jährigen Profikarriere notierte. Einziger Trost für den Tiger: Die Führung in der Weltrangliste blieb ihm vorerst erhalten, da sein ärgster Verfolger Phil Mickelson auf der letzten Runde eine noch schlechtere Leistung bot. Der Amerikaner fiel nach einer 78 auf den geteilten 46. Platz zurück und landete damit hinter Deutschlands bestem Golfer Martin Kaymer, der auf dem achtbaren 22. Platz ins Klubhaus kam. Alex Cejka indes gab am letzten Tag den Sieg beim Turnier in Verona/New York aus der Hand. Am Ende musste er sich mit dem geteilten dritten Platz begnügen. Als sein Abschlag an der 14 im Bach landete, waren alle Siegchancen endgültig dahin. "Ich habe nur gedacht: Noch einen Birdie. Doch dann habe ich das Wasser getroffen. Das war es dann für mich, aber so ist das eben", sagte Cejka, der sich immerhin über 180.400 Dollar freuen durfte.

Steffen Hamann, der Kapitän der deutschen Basketball-Nationalmannschaft, wechselt nach Informationen der Berliner Morgenpost zum ambitionierten Zweitligisten Bayern München. Der Spielmacher, dessen ursprünglich bis 2011 laufender Vertrag bei Alba Berlin aufgelöst wurde, soll am Mittwoch für zwei Jahre an der Isar unterschreiben. Hamann bestätigte der Morgenpost, dass ihm "ein sehr interessantes Angebot" aus München vorliege. Zwar sei "noch nichts unterschrieben", aber die Bayern seien eine "interessante Option, ein Projekt für die Zukunft". Hamann wäre nach der Verpflichtung von Bundestrainer Dirk Bauermann, seinem Nationalmannschaftskollegen Demond Greene, dem Serben Aleksandr Nadjfeji und dem Amerikaner Darius Hall schon der fünfte prominente Zugang der Münchner, die mit aller Macht den Aufstieg in die Bundesliga anstreben. "Vielleicht würde es mir nach zehn Jahren Bundesliga und Europapokal mal ganz gut tun, ein bisschen Luft zu holen. Und jeder weiß, wie gut mein Verhältnis zu Dirk Bauermann ist", so Hamann.

Zum ersten Mal seit Einführung der Tennis-Weltrangliste im Jahr 1973 gehört kein Amerikaner zum Kreis der zehn weltbesten Profis. US-Spitzenspieler Andy Roddick fiel durch seine Achtelfinal-Niederlage gegen den Franzosen Gilles Simon in Washington in der Rangliste von Platz neun auf Platz elf zurück. Erster bleibt der Spanier Rafael Nadal. Bester Deutscher ist Philipp Kohlschreiber auf Position 37.

Große Fußball-Klubs in Frankreich ganz klein: Die 0:1 (0:0)-Schlappe von Girondins Bordeaux bei HSC Montpellier hat am Sonntagabend das Favoritenfiasko zum Start der neuen Ligue-1-Saison komplett gemacht. Der neue Bordeaux-Trainer Jean Tigana war nach seinem Debüt auf der Girondins-Bank sichtlich enttäuscht. "Wir haben noch keinen Spielrhythmus", klagte der frühere Nationalspieler. Am Samstag war Meister Olympique Marseille daheim gegen Aufsteiger FC Caen mit 1:2 unterlegen gewesen. Der dritte Titelanwärter, Olympique Lyon, schaffte vor eigenem Publikum nur ein 0:0 gegen AS Monaco. Erster Tabellenführer ist Paris St. Germain nach dem 3:1 (2:1) am Samstagabend gegen AS St. Etienne. Nach Ausschreitungen am Rande des Spiels im Pariser Prinzenpark-Stadion hatte die Polizei 249 randalierende Fans festgenommen.

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