Fußball-Affäre in Spanien:Rubiales entschuldigt sich bei Königsfamilie für Griff in den Schritt 

Fußball-Affäre in Spanien: Rubiales mit Fifa-Chef Gianni Infantino (links) und Königin Letizia nach dem WM-Finale - eine vorausschauende Geste seinerseits?

Rubiales mit Fifa-Chef Gianni Infantino (links) und Königin Letizia nach dem WM-Finale - eine vorausschauende Geste seinerseits?

(Foto: Isabel Infantes/dpa)

Und auch was den Kuss-Skandal um Weltmeisterin Jenni Hermoso betrifft, zeigt der zurückgetretene Verbandschef Reue. Allerdings nur ein bisschen.

Spaniens ehemaliger Fußballchef Luis Rubiales hat sich bei der Königsfamilie des Landes für seinen Griff in den Schritt nach dem WM-Finale der Fußballerinnen entschuldigt. "Dafür schäme ich mich wirklich", sagte der 46-Jährige in der Talkshow "Piers Morgan Uncensored" am Dienstagabend. "Ich entschuldige mich, weil ich mich so nicht verhalten sollte."

Kurz nach dem Final-Triumph der Spanierinnen über England am 20. August in Sydney hatte Rubiales sich auf der Ehrentribüne des Stadions beim Jubeln an die Genitalien gefasst. Neben ihm standen in diesem Moment Spaniens Königin Letizia und deren 16-jährige Tochter Sofía. Nun versuchte Rubiales, seine Aktion zu erklären.

"Das war unglücklich, aber es war nicht negativ gemeint. Ich wollte damit ausdrücken: 'Bravo, gut gemacht!'", meinte er. Persönlich habe er mit der Königin danach nicht gesprochen, es habe noch nicht die Möglichkeit gegeben. Rubiales war am Montag von seinem Amt als Verbandspräsident zurückgetreten.

Auch zum Kuss-Skandal hat sich Rubiales in der Sendung geäußert und zumindest leichte Reue gezeigt. In den auch über die Plattform X verbreiteten Video-Ausschnitten fallen Sätze wie: "Ich verstehe, dass ich als Verbandspräsident nicht so hätte handeln dürfen." Und: "Ich sehe es ein, dass ich das als Präsident nicht hätte tun dürfen." Seine Absichten seien aber "100 Prozent nicht sexuell" motiviert gewesen.

Rubiales sieht es ein, aber "was Sie auch verstehen müssen" ...

Bei der Siegerehrung nach dem Final-Triumph der Spanierinnen über England am 20. August in Sydney hatte Rubiales den Kopf der Spielerin Jenni Hermoso mit beiden Händen gepackt und sie auf den Mund geküsst. Obwohl Rubiales nun Reue zeigte, versuchte er erneut, sein Verhalten zu erklären. "Kurz davor hat sie mich hochgehoben, sie hat mich nicht danach gefragt. Es war einfach ein Moment des Glücks", sagte er.

"Was Sie auch verstehen müssen, ist, dass sie mich während der ganzen Zeit auf dem Podium umarmt, sie lacht. Als sie weggeht, lacht sie weiter." Anfangs hatte er zudem beteuert, alles sei in beiderseitigem Einvernehmen erfolgt.

Die 33-Jährige aber widersprach dieser Darstellung und erstattete Anzeige. Bei einem gegen Rubiales eingeleiteten Ermittlungsverfahren wurde der 46-Jährige zu einer ersten Anhörung am Freitag im Staatsgerichtshof in Madrid vorgeladen, wie die spanische Justiz am Dienstag mitteilte. Der Untersuchungsrichter Francisco de Jorge muss entscheiden, ob Rubiales nach dem aufgezwungenen Kuss auf den Mund von Weltmeisterin Hermoso wegen sexueller Aggression und Nötigung auf die Anklagebank kommt.

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