Ski nordisch:Johaug und Bolschunow gewinnen Tour de Ski

Tour de Ski - Val Di Fiemme

Therese Johaug jubelt.

(Foto: dpa)

Die Norwegerin und der Russe holen sich die Titel auf der Abschlussetappe. Djokovic bringt eine Verschiebung der Australian Open ins Spiel.

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Wintersport, Ski nordisch: Die norwegische Ausnahmeläuferin Therese Johaug und der Russe Alexander Bolschunow haben die Tour de Ski 2020 gewonnen. Johaug, dreimalige Weltmeisterin der Titelkämpfe von Seefeld 2019, setzte sich in Val di Fiemme/Italien auf der Abschlussetappe über 10 km Freistil hinauf zur Alpe Cermis überlegen gegen die Konkurrenz durch. Bolschunow reichte der dritte Rang, um Titelverteidiger Johannes Hösflot Kläbo (Norwegen) noch abzufangen. Die deutsche Tour-Entdeckung Katharina Hennig (Oberwiesenthal) zeigte mit dem zehnten Platz erneut eine überzeugende Leistung und wurde in der Gesamtwertung starke Achte. Bei den Männern belegte Lucas Bögl (Gaißach) den 13. Platz in der Tageswertung.

"Ich bin wirklich fix und fertig. Es war sauhart, aber ich bin echt stolz auf mich, dass ich als Zehnte ins Ziel gekommen bin, weil das ja nicht meine Schokoladendisziplin ist", sagte Hennig in der ARD. Bögl ergänzte völlig ausgepumpt und mit einem Augenzwinkern: "Heute habe ich mich schon gefragt, warum ich mir so einen Schmarrn antue."

Johaug dominierte die Plackerei mit Spitzensteigungen von 28 Prozent nach Belieben und kam 50,3 Sekunden vor ihrer Landsfrau Heidi Weng ins Ziel. Durch ihren 14. Etappensieg bei dem traditionellen Mehrtagesrennen zog die 31 Jahre alte Johaug in der Bestenliste mit Justyna Kowalczyk gleich, die Polin ist mit vier Gesamtsiegen bei der Tour de Ski Rekordsiegerin. Für Bolschunow war es der erste Gesamtsieg, der Tagessieg ging an den Norweger Simen Hegstad Krüger.

Hennig beendete die Tour auf dem achten Gesamtrang, es ist die beste deutsche Platzierung im Ranking seit fünf Jahren. Auf der fünften Etappe am vergangenen Freitag hatte die 23-Jährige überraschend den dritten Platz belegt und damit für den ersten Podestplatz einer deutschen Distanzläuferin im Weltcup seit fast vier Jahren gesorgt. Bögl beendete die Tour auf dem 16. Gesamtrang. "Als ich letzte Woche angereist bin, hätte ich nie gedacht, dass es so ausgeht. Ich hätte es sofort gekauft", sagte Hennig, die in den kommenden Weltcup-Rennen ihre Form bestätigen will: "Jetzt bin ich super motiviert."

Fußball, DFL: DFL-Chef Christian Seifert sieht die aktuelle Interpretation des Handspiels in der Fußball-Bundesliga als "absolutes Ärgernis". "Keiner weiß noch, was Hand ist und was nicht", sagte Seifert der Bild am Sonntag. Ähnliches gelte für Millimeter-Entscheidungen über Abseits, fügte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL) hinzu. Die größte Herausforderung für den Videoassistenten ist aus Sicht von Seifert "nicht die Technik, sondern sind Regeln, die erstens keiner mehr versteht und zweitens komplett unterschiedlich ausgelegt werden". Aktuell agierten die Schiedsrichter seiner Meinung nach weniger sicher als vorher, was er ihnen nicht verdenken könne. "Meine innige Hoffnung ist, dass wir etwa zu einer Hand-Regel kommen, die nachvollziehbar ist und bei der die Schiedsrichter wissen, was sie zu tun haben", sagte Seifert.

Nach dem nahezu vollständigen Verschwinden der Champions League im Pay-TV macht der DFL-Geschäftsführer den Fans der Bundesligisten Hoffnung: "Für die Bundesliga kann ich ohnehin sagen: Sie wird nicht im Pay-TV verschwinden - im Gegenteil. Die Anzahl der Spiele im Free-TV wird bei der nächsten Ausschreibung größer sein." Die DFL will die Fernsehrechte für die Bundesliga ab der Saison 2021/22 zu Beginn dieses Jahres ausschreiben. Derzeit darf das ZDF wenige Freitagsspiele live im frei empfangbaren TV zeigen. Neben Sky und DAZN werden als mögliche Interessenten für die Bundesliga-Rechte auch die Streaming-Anbieter Amazon Prime und Netflix gehandelt. Seifert sieht darin kein Problem für die Fans und verweist auf eine außergewöhnliche "Qualitätsverbesserung im Bereich Serien und Filme" durch die Streamingdienste.

Football, NFL: Der Titelverteidiger New England Patriots ist in den Playoffs der nordamerikanischen Football-Liga NFL schon in den Wild-Card-Spielen ausgeschieden. Das Team um den sechsmaligen Super-Bowl-Champion Tom Brady unterlag mit 13:20 gegen die Tennessee Titans und kassierte damit die erste Playoff-Heimniederlage seit 2012. Für den 42 Jahre alten Brady, der nur 20 seiner 37 gespielten Pässe an den Mann brachte, war es womöglich das letzte Spiel im Dress der Patriots. Nach dieser Saison ist er vertragslos. Zu seiner Situation sagte er: "Ich weiß nicht, wie die Zukunft aussieht, deswegen möchte ich nichts vorhersagen." Es sei aber "ziemlich unwahrscheinlich", dass er seine Laufbahn beenden werde.

Tennis, Australian Open: Angesichts der verheerenden Buschbrände hat Tennis-Star Novak Djokovic die Organisatoren der Australian Open (geplanter Beginn am 20. Januar) aufgefordert, notfalls eine Verschiebung des ersten Grand Slams des Jahres 2020 zu erwägen. "Es ist wahrscheinlich die allerletzte Option. Ich denke, sie werden versuchen, alles zu tun, um dies zu verhindern", sagte der Serbe. "Aber wenn die Bedingungen die Gesundheit der Spieler gefährden, sollte man definitiv darüber nachdenken." Djokovic ist Präsident des Spielerrats. Die Buschfeuer versetzen Australien seit Wochen in Angst und Schrecken. 24 Menschen starben.

Internationaler Fußball, USA: Der schwelende Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran lässt nun auch Vertreter des US-Sports vorsichtig werden. Die amerikanische Fußball-Nationalmannschaft hat ihr für Januar geplantes Trainingslager in Katars Hauptstadt Doha abgesagt, das teilte der Verband am Freitag mit. Grund sei die "sich entwickelnde Situation in der Region".

Die Spannungen zwischen den USA und dem Iran hatten schon in den vergangenen Monaten wieder deutlich zugenommen, die gezielte Tötung des iranischen Elite-Generals Kassem Soleimani durch eine US-Drohne sorgte in der Nacht zum Freitag für eine dramatische Verschärfung. Der Iran drohte mit "schwerer Vergeltung am richtigen Ort zur richtigen Zeit", international werden Befürchtungen vor einer weiteren Eskalation der Gewalt laut. Die US-Fußballer sollten ihr Camp am Persischen Golf ursprünglich am Sonntag aufschlagen und bis zum 25. Januar in der Region bleiben. Stattdessen soll die Mannschaft von Nationaltrainer Gregg Berhalter nun in der Heimat trainieren, am 1. Februar steht im kalifornischen Carson ein Testspiel gegen Costa Rica an. Der Besuch in Katar, beim Gastgeber der Fußball-WM 2022, soll "in naher Zukunft" nachgeholt werden.

Trainingslager: Borussia Dortmunds Abflug in das Winter-Trainingslager nach Marbella verzögert sich. Das Charter-Flugzeug, das den BVB-Tross am Samstagmorgen nach Andalusien fliegen sollte, ist defekt und musste in Köln ausgetauscht werden. Die Mannschaft blieb daraufhin noch etwas länger am Trainingszentrum des Clubs und fuhr erst später zum Flughafen Dortmund, von wo es mit mindestens einer Stunde Verspätung schließlich los gehen sollte.

Erwartet wurde am Vormittag an Bord der Maschine auch Stürmer Paco Alcácer. Die Chancen des Spaniers auf Einsatzzeiten haben sich nach der Verpflichtung des norwegischen Top-Talentes Erling Haaland weiter verschlechtert. An Alcácer, der zuvor bereits unter Trainer Lucien Favre ins zweite Glied gerückt war, soll Atlético Madrid interessiert sein. Am Samstagnachmittag sollten die Dortmunder erstmals in Marbella trainieren.

Eine defekte Gangway hat auch einen pünktlichen Abflug des FC Bayern München ins Trainingslager nach Katar verhindert. Der Tross des deutschen Fußball-Rekordmeisters um Trainer Hansi Flick und Teamkapitän Manuel Neuer musste am Samstagmorgen auf dem Flughafen in München rund 90 Minuten im Sonderflieger auf den Start warten.

Erst mit schwerem Gerät konnte die defekte Zugangstreppe schließlich von der Boeing 777 der Katar Airways abgezogen werden. Das Flugzeug ruckelte bei der außergewöhnlichen Aktion. Danach konnten die Piloten die Triebwerke anlassen und zur Startbahn rollen. Die Verspätung veränderte den geplanten Tagesablauf der Bayern. Nach der für den späten Nachmittag (Ortszeit) vorgesehen Ankunft in Doha wollte Flick sein Team gleich zum ersten Training auf der Anlage der Aspire Academy bitten.

© Sz.de/sid/dpa/schm/vit
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