Ski nordisch - Dresden:Kunstschnee für Skiweltcup: Kritik von Umweltverband

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Deutschland
Ein LKW kippt am Elbufer vor der Frauenkirche eine Ladung Kunstschnee auf eine künftige Wettkampfstrecke. Foto: Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa (Foto: dpa)

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Dresden (dpa/sn) - Für den Skilanglauf-Weltcup am Dresdner Elbufer an diesem Wochenende sind Tonnen von Kunstschnee angeliefert worden. Zwei Pistenbullys sind im Einsatz, um die 650 Meter lange Strecke zu präparieren. "Wir sind fast fertig, es kann losgehen", sagte Skiweltcup-Sprecherin Daniela Möckel am Donnerstag. Seit Mittwochabend sind 15 Lastwagen im Einsatz, um die 4500 Kubikmeter Kunstschnee vom Dresdner Flughafen zu der Langlaufstrecke vor der Altstadtkulisse zu fahren. Bei Umweltschützern stößt das Sportereignis allerdings auf Kritik.

Achtmal ist jedes Fahrzeug unterwegs, um die Schneemassen vom Flughafen in die Innenstadt zu transportieren. Bei Plusgraden ist es zu warm für echten Schnee, der weiße Ersatz soll dagegen Temperaturen bis zu 15 Grad aushalten. "Es ist sogar gut, wenn es jetzt ein wenig auf den Schnee regnet", erklärte Möckel. Dann könne der Kunstschnee in der Nacht durchfrieren. "Und dann haben wir optimale Bedingungen."

In einem Hangar am Dresdner Flughafen wurde der Schnee von zwei speziellen Schneeproduktionsanlagen hergestellt. Seit Ende November laufen die Maschinen. Kritik von Umweltverbänden an der Aktion nehme man ernst, so Möckel. Daher wurden der Kunstschnee den Angaben zufolge aus grünem Drewag-Strom und mit 3000 Tonnen Regenwasser erzeugt. Das Regenwasser stammt aus einer 10 000 Liter umfassenden Regenwasser-Zisterne vom Dach des Dresdner Flughafens. Zudem habe man die Langlauf-Strecke von mehr als 800 auf rund 650 Meter verkürzt, um weniger Schnee zu verbrauchen, so Sprecherin Möckel.

Dennoch hat der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) in Sachsen Vorbehalte: Wintersport sei generell kritisch zu betrachten, weil er in Zeiten des Klimawandels nur noch mit "massiver technischer Unterstützung" möglich sei, erklärte Vorsitzender Felix Ekardt. Allerdings räumte er ein: "Wenn Kunstschnee mit erneuerbaren Energien erzeugt wird, ist das unabhängig davon immer noch besser, als wenn er mit fossilen Brennstoffen erzeugt wird."

Die Organisatoren des Weltcups verweisen darauf, dass der Schnee auch nach dem Skilanglauf-Weltcup genutzt wird: Etwa für den paralympischen Weltcup oder für Schulklassen in der Dresdner Skiwoche. Am 17. Juni können alle Dresdner die Strecke mit eigenen Skiern erobern, sagte Möckel. Danach wird Schnee an die Seite geschoben und bleibt liegen, bis er schmilzt. Da der Kunstschnee ohne chemische Zusätze produziert werde, sei das kein Problem.

Zum 3. FIS Skiweltcup treffen sich am Wochenende in Dresden mehr als 170 Athleten aus 24 Nationen. Das Innenministerium unterstützt das Sportevent mit rund 150 000 Euro. Los geht es am Freitagabend mit einem 100-Meter-Sprint. Die Organisatoren rechnen mit 2500 bis 3000 Besuchern pro Tag.

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