Schalke 04:Nun wird sich der verbliebene Teil des Schalker Managements auch mit der Trainerfrage beschäftigen müssen

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In diesem Klima eine Mannschaft zu trainieren, die nach der extrem gelungenen Vorrunde seit Spieltag 18 eine extrem misslungene Rückrunde spielt, zumal unter dem Einfluss eines aberwitzigen Verletzungspechs, das ist für David Wagner keine angenehme Aufgabe. Die Corona-Pause schien ihm die Chance zum Neustart zu verschaffen, aber es ist sogar noch viel schlimmer geworden. Die Verletzungen nahmen gleich wieder überhand, das Wunschmittelfeld mit Omar Mascarell, Suat Serdar und Amine Harit ist ein Wunschtraum geblieben, viele Spieler kamen mit seltsam auffälligen Fitnessproblemen zurück.

Wagner reagierte auf den Fehlstart (0:4 in Dortmund, 0:3 gegen Augsburg) mit dem Rückzug in die totale Defensive. Nicht nur die Zuschauer am Fernseher, auch die eigenen Spieler betrachteten das als Kapitulationserklärung. Im Spiel bei Fortuna Düsseldorf (1:2) durfte die Elf die Mittellinie nur im Ausnahmefall übertreten, vorne stand allein Guido Burgstaller, den zwar alle sehr gern haben, der deswegen aber immer noch keine Tore schießt.

Im Heimspiel gegen Bremen (0:1) das gleiche Bild der Angst: Wieder wurden alle Mann nach hinten befohlen, Wagner behauptete, es ginge nicht anders, und stellte sich selbst ein trauriges Zeugnis aus. Wenn sportliche Krisen überhaupt zu etwas taugen, dann doch dazu, das Repertoire eines Trainers kennenzulernen. Welche Antworten findet er auf die Probleme? Nicht viele, wie man auf Schalke feststellt. Das 1:1 gegen Leverkusen, erkämpft von einer jungen Notbesetzung, ist ein vereinzelter Lichtblick geblieben.

Nun wird sich der verbliebene Teil des Schalker Managements auch mit der Trainerfrage beschäftigen müssen. Zwar hat der tapfere Daniel Caligiuri versichert, man werde am Samstag in Freiburg "noch mal alles raushauen", aber der Trend spricht nicht für Schalke und womöglich auch nicht für den amtierenden Coach. Wagner mit der historischen Last von demnächst vielleicht 16 sieglosen Spielen in die nächste Saison zu schicken, wäre gewagt. Das Risiko ist den Verantwortlichen bewusst.

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