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Transfers bei S04:Großes Seufzen auf Schalke

Gelsenkirchen Germany 17 04 2019 Training FC Schalke 04 Nabil Bentaleb S04 am boden DeFodi05; Nabil

Selbsterzwungene Zwangspause: Nabil Bentaleb, begabter Fußballer mit komplexem Charakter, hängt bei Schalke 04 fest.

(Foto: Max Maiwald/imago)
  • Beim FC Schalke zeigt sich, dass der Verein mit Transfers zuletzt kein Glück hatte.
  • Mittelfeldspieler Bentaleb wurde zweimal suspendiert, jetzt ist er plötzlich wieder im Team, doch seine Perspektive wirft Fragen auf.

Bei der Präsentation seiner neuen Mitarbeiter David Wagner und Michael Reschke vor zweieinhalb Monaten hatte Schalkes Sportvorstand Jochen Schneider nicht nur ein herzliches Willkommen ausgesprochen, sondern auch Stellung zur innerbetrieblichen Perspektive der Spieler Nabil Bentaleb, 24, Jewhen Konoplyanka, 29, und Hamza Mendyl, 21, bezogen. Zunächst verriet Schneider, dass sich Bentaleb "nach einer neuen Herausforderung umschauen" dürfe.

Als daraufhin jemand fragte, wie es denn mit Konoplyanka weitergehe, antwortete Schneider: "Er darf sich auch nach einer neuen Herausforderung umschauen." Und als dann noch einer wissen wollte, wie es um Mendyls Zukunft stehe, da erklärte Schneider: siehe oben. Der im Frühjahr ins Amt gehobene Vorstandsmann hatte damit, wohl ohne böse Absicht, ein alles andere als gefälliges Urteil über das Werk seines Vorgängers Christian Heidel gefällt, der für das Trio rund 40 Millionen Euro Ablöse bezahlt hatte.

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Inzwischen sind auf Europas Transfermarkt viele Fußballer und viele hohe Summen hin und her bewegt worden, doch Bentaleb und Konoplyanka bekommen ihr großzügig bemessenes Gehalt immer noch vom FC Schalke 04. Mendyl, im Vorjahr aus Lille nach Gelsenkirchen gekommen, ist indes nach Frankreich zurückgekehrt, wo sich der Vorjahresfastabsteiger FCO Dijon seiner angenommen hat. In Fankreisen wurde der Wechsel, obgleich er lediglich auf einem Leihgeschäft beruht, als Meisterstück des neuen Handelsvertreters Reschke gepriesen. Während der Vorsaison hatte es Mendyl bei seinen 16 Einsätzen zwar nie am gebührenden Eifer fehlen lassen, aber ob er einen seriösen Fußballer-TÜV bestanden hätte, daran gab es große Zweifel.

Im Fall Bentaleb gibt es solche Zweifel nicht. Am Ball ist der in Frankreich geborene algerische Nationalspieler brillant; das Problem ist, dass er das selbst auch so sieht, und dass er dies dem Publikum sowie den Mitspielern immerzu demonstrieren möchte. Manchmal konnte man daher meinen, dass Mannschaftssport nicht das Richtige für ihn ist. "Nabil ist ein Egoist", stellte neulich ein vormaliger Angehöriger des Schalker Trainerstabs fest, der ansonsten über Bentaleb nichts Schlechtes sagen wollte. Dass Huub Stevens in seiner kurzen Zeit als Retter den von Tottenham Hotspur gekommenen Mittelfeldspieler gleich zweimal suspendierte, entsprach zwar durchaus den Erwartungen der Insider im Verein. Doch ging es dabei um Themen der Disziplin, nicht um eine prinzipiell unverträgliche Persönlichkeit.